Berlin - München im Juni 1914: Kommissär Sebastian Reitmeyer untersucht den Todesfall eines jungen Mannes, der zum Auftakt einer Mordserie wird. Die Ermittlungen führen in die illegale homosexuelle Szene, die in Verbindung mit höchsten militärischen und politischen Kreisen steht.

Der Kommissär sieht sich erheblichem politischen Druck ausgesetzt. Seine Vorgesetzten raten ihm unverhohlen, die Affäre zu vertuschen, aber Reitmeyer lässt sich nicht beirren und deckt einen Skandal auf.

Angelika Felendas Roman "Der eiserne Sommer" ist der Beginn einer Serie um Kommissär Sebastian Reitmeyer. Ihr gelingt ein großartiges Panoptikum der wilhelminischen Gesellschaft, in der Militärs den gesellschaftlichen Ton vorgeben und allerorten Obrigkeitsdenken das Handeln bestimmt. Felenda gibt uns Nachgeborenen einen Einblick in das Denken jener Menschen, die den kommenden großen Krieg als Erlösung aus den verkrusteten Strukturen ihrer Zeit betrachteten. Ein gelungener historischer Roman.

- Angelika Felenda: Der eiserne Sommer, Suhrkamp Verlag, Berlin, 435 Seiten, 14,99 Euro, ISBN 978-3-518-46542-4.