Berlin - Karl, Franz, Heini, Harry und Manja werden in derselben Nacht gezeugt. Später verbindet die fünf Kinder eine unverbrüchliche Freundschaft, obwohl sie aus vollkommen unterschiedlichen Milieus kommen und ihre Eltern teilweise entgegengesetzte Weltanschauungen vertreten.

Im Mittelpunkt steht Manja. Das arme ostjüdische Mädchen besitzt die Gabe, Glück und Zuversicht auch in schwierigen Situationen auszustrahlen. Die vier Jungen kämpfen um das gefährdete Mädchen, können am Ende aber seinen tragischen Untergang nicht verhindern.

Anna Gmeyners Buch "Manja" erschien 1938 im Londoner Exil, wurde aber erst lange nach dem Krieg wiederentdeckt. Jetzt hat der Aufbau Verlag den "Roman um fünf Kinder" neu herausgebracht. "Manja" ist eine ebenso packende wie berührende Schilderung der deutschen Gesellschaft am Vorabend des Dritten Reichs, dargestellt am Schicksal von fünf Familien. Gmeyner zeigt die Fliehkräfte und Bedrohungen, aber auch den universellen Wert von Freundschaft. Ein Buch, das auch heute nichts von seiner Frische verloren hat.

- Anna Gmeyner: Manja. Ein Roman um fünf Kinder, Aufbau Verlag, Berlin, 544 Seiten, 19,95 Euro, ISBN 978-3-351-03415-3.