Zürich - Angeblich macht Frauen ab einem gewissen Alter die biologische Uhr zu schaffen. Jetzt doch noch Kinder oder nicht? Was aber, wenn man die biologische Uhr gar nicht ticken hört?

Die Vorstellung, dass Frauen freiwillig und ganz bewusst kinderlos bleiben wollen, scheint vielen unbegreiflich zu sein oder nicht ins Konzept zu passen. Die Publizistin und Filmemacherin Sarah Diehl ist gewollt kinderlos. In ihrem Buch "Die Uhr, die nicht tickt" zeigt sie auf, mit welchen Vorurteilen Kinderlose immer noch zu kämpfen haben, unter welchem Konformitätsdruck Frauen insgesamt stehen und was es mit dem angeblichen Mutterinstinkt auf sich hat.

Diehl lässt viele Frauen zu Wort kommen - Mütter und Kinderlose - und fängt so ganz unterschiedliche Perspektiven ein. Dabei vermeidet sie, Kinderlose gegen Mütter in Stellung zu bringen. Vielmehr beschreibt sie die gesellschaftlichen Mechanismen, durch die Frauen immer wieder instrumentalisiert werden.

- Sarah Diehl: Die Uhr, die nicht tickt. Kinderlos glücklich. Eine Streitschrift, Arche Verlag, Zürich, 256 Seiten, 14,99 Euro, ISBN 978-3-7160-2720-2.