Berlin - Seine Anhänger verehrten ihn wie einen Messias, der die armen Massen aus dem Elend führte. Für seine Gegner war er ein politischer Abenteurer, der das südamerikanische Erdölland Venezuela ruinierte: Der frühere venezolanische Präsident Hugo Chávez bleibt umstritten.

Knapp zwei Jahre nach seinem Tod im März 2013 ist jetzt auf Deutsch ein Interviewband mit dem Bannerträger des "Sozialismus des 21. Jahrhunderts" erschienen. Ignacio Ramonet, Chefredakteur von "Le Monde Diplomatique" und Mitgründer des globalisierungskritischen Netzwerks Attac, hat den Revolutionär über Jahre hinweg in persönlichen Gesprächen kennengelernt.

Das Buch erzählt von der Zeit bevor Chávez die politische Weltbühne betrat, also von seiner Jugend und seiner militärischen Laufbahn. Ramonet knüpft damit an seinen 2008 erschienenen Interviewband "Fidel Castro - Mein Leben" an. Aus seiner Sympathie für beide macht der Autor kein Hehl.

- Ignacio Ramonet, Harald Neuber (Übersetzer): Hugo Chávez - Mein erstes Leben, Verlag Neues Leben, Berlin, 640 Seiten, 24,99 Euro, ISBN 978-3-355-01821-0.