Berlin - Nach dem Häuserkampf in Falludscha zocken sie Ballerspiele auf der Playstation. Oder Karten. Vielleicht um sich abzureagieren, um runterzukommen, sich abzulenken - jeder von ihnen aus einem anderen Grund. In seinem Kurzgeschichtenband "Wir erschossen auch Hunde" schreibt Phil Klay über den Alltag der US-Soldaten im jüngsten Irakkrieg.

Er selbst - Jahrgang 1983 - war bis 2008 Medienoffizier in der Provinz Anbar. Danach veröffentlichte er seine Erzählungen etwa in der "New York Times" und der "Washington Post". An seinem Debüt - im Original "Redeployment" - arbeitete Klay vier Jahre: "Anstatt einen einheitlichen Roman über Kriegserlebnisse zu schreiben, wollte ich lieber zwölf Stimmen zu Wort kommen lassen - solche, die ähnliche Themen von verschiedenen Perspektiven betrachten." Seine Protagonisten sind jeder auf seine Weise verloren im Räderwerk der Kriegsmaschinerie. In "Wir erschossen auch Hunde" geht es um die Sehnsucht nach Heimkehr oder den Umgang mit dem Töten, um den Sinn des Einsatzes und die Härte der Gefechte. Klays eindrucksvolle Sprache ist mal technokratisch, mal lakonisch. Er erhielt für sein Buch 2014 den amerikanischen National Book Award.

Phil Klay: "Wir erschossen auch Hunde". Suhrkamp Verlag, 300 S., 16,99 Euro, ISBN 9783518465431