Reinbek - Von einem Tag auf den anderen verschwindet Juliets Ehemann aus ihrem Leben. Nicht dass sie groß um den verschollenen Hallodri trauert. Doch in ihrer streng religiösen jüdischen Gemeinde wird die Mutter zweier Kinder damit zur "aguna", einer sitzengelassenen Frau, die sich nicht so einfach scheiden lassen kann. Die eigensinnige Juliet ist allerdings nicht gewillt, sich mit dem ihr zugedachten trostlosen Schicksal abzufinden. Als sie den Maler Charlie kennenlernt, bekommt sie Zugang zur aufregenden Londoner Kunstszene und befreit sich nach und nach aus ihrem engen Lebenskorsett. - Natasha Solomons drittes Buch ist eine Emanzipationsgeschichte der leisen Töne. Mit feinem Humor erzählt sie von der Rebellion einer jungen Frau im Nachkriegs-London. Ob stockkonservative jüdische Gemeinde oder beschwingtes Künstlermilieu, die Autorin zeichnet diese so unterschiedlichen Welten mit gleicher Intensität und Eindrücklichkeit.

Natasha Solomons: Die Galerie der verschwundenen Ehemänner, Kindler Verlag, Reinbek, 416 Seiten, 19,95 Euro, ISBN 978-3-463-40650-3