Berlin - Es gab nicht nur Claus Schenk Graf von Stauffenberg und Sophie Scholl. Es gab auch die stillen Helden, die auf unauffällige Weise Widerstand gegen den Nationalsozialismus leisteten. Wie dieser Widerstand im Einzelnen aussah, das schildern die Memoiren von Ilse-Margret Vogel.

Die später in Amerika lebende Kinderbuchzeichnerin und Autorin pflegte während des Krieges in Berlin enge Kontakte zu Künstlern, die Gegner des NS-Regimes waren. Die junge Frau selbst half jüdischen Freunden und bot einem von der Gestapo gesuchten Widerstandskämpfer Unterschlupf an. Eine durchaus zwiespältige Situation. Denn einerseits fühlte sie sich moralisch zur Hilfe verpflichtet, andererseits fand sie den Mann auf einer rein persönlichen Ebene unsympathisch.

Die Erinnerungen, die Vogel Jahrzehnte nach dem Krieg zunächst in Englisch verfasste, geben darüber hinaus ein sehr anschauliches Bild vom mühsamen Alltag im Berlin der letzten Kriegsjahre.

- Ilse-Margret Vogel: Über Mut im Untergrund. Eine Erzählung von Freundschaft, Anstand und Widerstand im Berlin der Jahre 1943-1945, Lukas Verlag, Berlin, 220 Seiten, 19,80 Euro, ISBN 978-3-86732-157-0.