Hamburg - Schon 23 Prozent der Deutschen verzichten laut einer Umfrage auf bestimmte Lebensmittel, weil sie sie angeblich nicht vertragen. Restaurants und Supermärkte bieten immer öfter gluten-, laktose- und histaminfreies Essen an.

Eine ganze Industrie und diverse Gesundheitsgurus leben prächtig von der Angst vieler Menschen, das Falsche zu essen. Die Wissenschaftsjournalistin Susanne Schäfer beschäftigt sich in ihrem Buch "Der Feind in meinem Topf" sehr kritisch mit diesem Trend. Die Ernährung, so schreibt sie, sei eine Art Ersatzreligion geworden, der sich viele bedingungslos unterwerfen.

Als Belohnung für Verzicht und permanente Selbstkontrolle erhoffe man sich ein langes Leben. Längst sei die Ernährung Teil des allgemeinen Optimierungswahns geworden und damit vor allem zweckorientiert. Gegessen werde, was gesund ist, nicht unbedingt was toll schmeckt. In ihrem erfrischend pragmatisch geschriebenen Buch fordert Schäfer dazu auf, einfach das Genießen mal wieder zu entdecken.

- Susanne Schäfer: Der Feind in meinem Topf. Schluss mit den Legenden vom bösen Essen, Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg, 240 Seiten, 16,99 Euro, ISBN 978-3-455-50350-0.