München - Nicht erst seit den Anschlägen von Paris ist der Islamische Staat in aller Munde. Der islamistische Terror ist offenbar endgültig in Europa angekommen. Insofern erscheint Bruno Schirras Buch "Isis. Der globale Dschihad" genau zur rechten Zeit. Schirra, Journalist und Nahost-Experte, ist seit Jahren in der Region unterwegs und hat den Aufstieg des Islamischen Staates hautnah miterlebt.

Seiner Ansicht nach sind Al-Kaida, Isis und andere terroristische Erscheinungen der arabischen Welt auf interne Konflikte zurückzuführen: "Die arabische Zivilisation hat sich diese Wunden selbst geschlagen. Es war nicht der böse Westen. Nicht der schreckliche Imperialismus, nicht der gierige Kolonialismus, und, ach ja, es waren auch nicht die Juden." In seinem Buch gibt er Einblick in die verschlossene Welt des Islamischen Staats, blickt aber auch auf den europäischen Dschihadismus. Sein Fazit ist ernüchternd: Europa wird lernen müssen, mit dem Dschihadismus zu leben, sollte dabei aber auf keinen Fall seine Werte verlieren.

Bruno Schirra: ISIS. Der globale Dschihad. Wie der Islamische Staat den Terror nach Europa trägt, Econ Verlag, München, 336 Seiten, 18,00 Euro, ISBN 978-3-430-20193-3