München - Ein halbes Jahrhundert nach seiner Ermordung gehört Malcolm X (1925-1965) noch immer zu den berühmtesten und umstrittensten Figuren der amerikanischen Geschichte.

Für viele Afroamerikaner ist der schwarze Bürgerrechtler bis heute ein Held, für nicht wenige weiße Amerikaner dagegen ein Demagoge und Fanatiker.

In der ersten deutschsprachigen Biografie über Malcolm X zeichnet Britta Waldschmidt-Nelson den ungewöhnlichen Lebensweg eines Mannes nach, der sich immer wieder neu erfand. Aus dem guten Schüler wurde ein drogensüchtiger Krimineller, dann ein Prediger und Sprecher der separatistischen "Nation of Islam".

Am Ende seines kurzen Lebens wandte sich Malcolm X von radikalen Vorstellungen ab und vertrat einen anti-rassistischen Humanismus. Die Autorin widmet dieser letzten Lebensphase ihre besondere Aufmerksamkeit. Sie hält es für möglich, dass sich Malcolm X und sein Widersacher Marin Luther King politisch angenähert hätten, wenn beide länger gelebt hätten.

- Britta Waldschmidt-Nelson: Malcolm X. Der schwarze Revolutionär, C.H.Beck Verlag, München, 384 Seiten, 18,95 Euro, ISBN 978-3-406-67537-9.