München - In diesem Jahr jährt sich das Ende des Zweiten Weltkriegs zum 70. Mal. Unter der Vielzahl an Veröffentlichungen zum Thema sticht Ian Burumas Sachbuch "45. Die Welt am Wendepunkt" durch seinen ungewöhnlichen Ansatz hervor.

Der niederländische Historiker und Publizist mischt darin gekonnt die große Politik mit der Alltagsgeschichte. Dafür hat er neben offiziellen Dokumenten zahlreiche Zeitzeugenberichte und Tagebücher verwendet, was seiner Darstellung eine große Anschaulichkeit und persönliche Nähe verleiht.

Buruma betrachtet das Kriegende dabei aus europäischer und asiatischer Sicht mit den Schwerpunkten Deutschland und Japan. Der Autor gliedert sein Buch in drei große Abschnitte: Auf Jubel und Rache bei der Befreiung folgten Trümmerbeseitigung und "Entgiftung", schließlich die Neuordnung einer zusammengebrochenen Welt. In seinem Fazit bleibt Buruma skeptisch: Er glaubt nämlich nicht, dass man aus der Geschichte, auch nicht aus der Katastrophe des Zweiten Weltkriegs lernen kann.

- Ian Buruma: 45. Die Welt am Wendepunkt, Hanser Verlag, München, 412 Seiten, 26,00 Euro, ISBN 978-3-446-24734-5.