München - Ganz England leidet unter einer verheerenden Jahrhundertdürre. Ganz England? Nein! Tief im Süden gibt es noch einen Fleck, der ist und bleibt ein grünes Paradies, verfügt er doch über eine wundersame Quelle, die offenbar nie versiegt. Auch scheint es nur hier im Land zu regnen.

Was ein Segen sein könnte, wird für Marc und Ruth zu einem bösen Fluch. Denn ihr neu erworbenes Grundstück mit Landhaus verwandelt sich in einen Albtraum. Die dürregeplagten Nachbarn verfolgen sie mit Neid und Hass, Neugierige belagern sie, um das grüne Wunder zu bestaunen. Die Ehe des Paares gerät in eine schwere Krise, dann stirbt auch noch das Enkelkind unter ungeklärten Umständen.

"Die Quelle", das Erstlingswerk der englischen Autorin Catherine Chanter, beginnt wie ein Thriller, endet aber leider in einer Art psychodelischem Trip. Die Hinwendung der in Not geratenen Protagonistin Ruth zu einer pseudoreligiösen Frauensekte erscheint zu sehr an den Haaren herbeigezogen. Schade. Denn die Idee, wie ein Land und zwei Menschen in einer Extremsituation unter Druck geraten, hätte sehr viel mehr hergegeben.

- Catherine Chanter: Die Quelle, Scherz Verlag, Frankfurt am Main, 480 Seiten, 16,99 Euro, ISBN 978-3-651-02195-2.