München - Welche Philosophie verbirgt sich hinter dem Kuratieren einer Ausstellung? Hans Ulrich Obrist erzählt in seinem jetzt erschienenen Buch "Kuratieren!", wie eine Ausstellung entstehen sollte. Und er weiß, wovon er schreibt.

Obrist landete im jährlichen Ranking des britischen Magazins "ArtReview" unlängst unter den zehn einflussreichsten Menschen der weltweiten Kunstszene. Und das nicht zum ersten Mal. Im Alter von 23 Jahren hat der Schweizer in seiner Studentenbude seine erste Ausstellung kuratiert. Heute sind Dutzende Kunstschauen das Werk des Direktors der kleinen, aber feinen Londoner Serpentine Gallery.

Kuratieren ist sein Lebensgefühl: "Ausstellungen können selbst Wirklichkeiten schaffen." Obrist erzählt von seinem Weg, von befreundeten Künstlern wie Gerhard Richter und vom obsessiven Leben mit der Kunst und für die Kunst. Es ist auch ein Buch voller Episoden. Der 17-jährige Obrist lernte Richter 1985 in Berlin kennen. 1992 organisierte er die erste Richter-Ausstellung.

- Hans-Ulrich Obrist: Kuratieren!, Verlag C.H. Beck, München, 206 Seiten, 19,95 Euro, ISBN 978-3-406-67364-1