Zürich - Ein alter Ethnologe sitzt tot an seinem Schreibtisch, ermordet durch einen Pfeilschuss in den Kopf, das Gesicht bedeckt durch eine exotische Maske.

Aus seiner umfangreichen völkerkundlichen Sammlung wird jedoch nur ein Totenschädel gestohlen, den er vor 60 Jahren aus Papua-Neuguinea mitgebracht hatte. Michel de Palma, Kommissar bei der Marseiller Polizei, vermutet weitreichendere Motive als einen simplen Raubmord. Weitere Morde an Sammlern und Kunsthändlern scheinen ihn zu bestätigen. Seine Suche führt ihn Jahrzehnte in die Vergangenheit zurück und schließlich in den unbekannten Dschungel Papua-Neuguineas.

Xavier-Marie Bonnots Roman "Die Melodie der Geister" bietet alle Voraussetzungen für einen spannenden Thriller, vergibt diese Chance jedoch ziemlich kläglich. Die Figuren bleiben blass und uninteressant. Die Handlung plätschert spannungslos im Einheitstempo vor sich hin. Kulturwissenschaftliche Einschübe wirken eher belehrend als unterhaltsam.

- Xavier-Marie Bonnot: Die Melodie der Geister, Unionsverlag, Zürich, 350 Seiten, 21,95 Euro, ISBN 978-3-293-00484-9.