Berlin - Im brasilianischen Blumenau feiert man jedes Jahr das Oktoberfest, im Schützenhaus im namibischen Keetmanshoop hören die Gäste am liebsten Schlager und in New York trifft sich regelmäßig ein "Liederkranz", um deutschsprachiges Liedgut zu pflegen - von Peter Alexander bis Johann Strauss.

Deutsche Spuren, so zeigt Manuel Möglich in seinem Buch "Deutschland überall", gibt es noch in den entferntesten Winkeln dieser Welt, zum Beispiel auf Samoa. Die Südseeinsel war einmal ebenso deutsche Kolonie wie das chinesische Tsingtao. Dort allerdings ist nicht viel übrig geblieben vom Deutschsein außer gutem Bier und einigen wilhelminischen Häusern, die jedoch nur noch wie eine hohle Kulisse wirken.

Möglichs Buch ist eine arg nostalgische Reisereportage, denn er ist vor allem alten Spuren nachgegangen. Deutsche Auswanderung jüngeren Datums (etwa nach Spanien oder Thailand) kommt nicht vor. Kein Wunder, dass das in der Ferne gepflegte Deutschlandbild antiquiert und folkloristisch wirkt.

- Manuel Möglich: Deutschland überall. Eine Suche auf fünf Kontinenten. Rowohlt Verlag, Berlin, 288 Seiten, 19,95 Euro, ISBN 978-3-87134-200-4.