Berlin - Nur jeder fünfte Internetnutzer in Deutschland speichert, teilt und verarbeitet Daten mit Cloud-Diensten. Hauptgründe für die Zurückhaltung sind Datenschutz- und Sicherheitsbedenken.

Bei Cloud-Diensten sind die Menschen in Deutschland zurückhaltend. Nur rund ein Fünftel (21 Prozent) speichert und teilt regelmäßig Fotos, Dokumente oder Videos über Online-Speicher. Damit liegt Deutschland nach aktuellen Zahlen der Statistikbehörde Eurostat im europäischen Mittelfeld. In Dänemark (44 Prozent), Norwegen (43 Prozent) oder Island (39 Prozent) nutzen rund doppelt so viele Menschen Online-Speicher. Als Hauptgrund für ihre Zurückhaltung gab ein Fünftel der Befragten (21 Prozent) Sorgen um die Datensicherheit und den Datenschutz an.

Damit sind die Nutzer in Deutschland beinahe an der Spitze der europäischen Cloud-Skeptiker. Nur die Schweizer, Niederländer und Luxemburger sorgen sich noch mehr um ihre Datensicherheit. In Dänemark ist es nicht einmal jeder Zehnte (9 Prozent).

"Cloud-Angebote haben in Deutschland noch großes Potenzial", sagt Bernhard Rohleder, Geschäftsführer des IT-Verbands Bitkom. Laut einer Umfrage des Verbandes sind vor allem jüngere Nutzer den Online-Speichern gegenüber aufgeschlossener. 36 Prozent der deutschen Internetnutzer ab 14 Jahren können sich vorstellen, ihre Daten künftig ausschließlich online zu speichern. Schon jetzt nutzen sie mit einem Anteil von 33 Prozent überdurchschnittlich häufig die Cloud.

"Wer seine Daten im Netz speichert, sollte auf die Seriosität der Anbieter achten", sagt Rohleder. Im Vergleich zur eigenen Festplatte böten Online-Speicher den Vorteil, dass sie meist vor unbeabsichtigtem Löschen geschützt seien. Außerdem können sie auch von unterwegs abgerufen werden. Und die Daten sind nicht verloren, wenn die heimische Hardware defekt ist.