Frankfurt/Main - Deutschlands Fernsehlandschaft wird immer digitaler und hochauflösender. Mittlerweile schauen acht von zehn Zuschauern digital. Der Empfang über das Internet und die Zimmerantenne stagniert allerdings oder geht sogar zurück.

Die Digitalisierung der Wohnzimmer schreitet voran. Acht von zehn Fernsehzuschauern in Deutschland erhalten ihr TV-Programm mittlerweile digital. Vor allem unter den Kabelkunden kehren viele dem analogen Programm den Rücken: Rund 1,5 Millionen Haushalte steigen pro Jahr um. Das teilt die Deutsche TV-Plattform mit, ein Zusammenschluss aus Sendern, Geräteherstellern und Behörden. Im Gegensatz dazu stagniert das Fernsehen über das Internet (IPTV) bei 1,89 Millionen Haushalten (4,9 Prozent), der terrestrische Empfang über Antenne (DVB-T) sinkt sogar leicht. Dem Röhrenfernseher mit analogem Empfang halten mittlerweile nur noch 16 Prozent die Treue.

Einer der Gründe für den sinkenden Anteil der DVB-T-Zuschauer ist nach Angaben der TV-Plattform vor allem technisch begründet. Wegen steigender Nachfrage nach hochauflösenden HD-Bildern suchen Nutzer zunehmend andere Bezugsquellen für ihr TV-Signal. Aufgrund technischer Beschränkungen kann in Deutschland kein HD-TV über DVB-T empfangen werden. Abhilfe soll der neue Standard DVB-T2 bringen. Er wird zurzeit in Berlin und München getestet, im August soll der Raum Köln-Bonn als weiteres Testgebiet hinzukommen.

Beliebtestes Gerät zum Empfang von TV-Programmen ist mit 65 Prozent nach wie vor der Fernseher. Computer, Laptop, Tablet und Smartphone kommen zusammen nur auf knapp 31 Prozent der Empfangsgeräte. Eine aktuelle Studie von IP Deutschland und TNS Infratest weist allerdings darauf hin, dass TV-Zuschauer immer häufiger mehrere Geräte gleichzeitig einsetzen - etwa um zusätzliche Informationen zum Programm abzurufen oder Filminhalte simultan in sozialen Netzwerken zu diskutieren.