Hannover - Im Sommer moderierte er den Empfang der Fußball-Weltmeister am Brandenburger Tor, jetzt ist er der Neue an der Seite von Bettina Tietjen.

Alexander Bommes gibt am 6. Februar seine Premiere in der Talkshow um 22 Uhr im NDR Fernsehen. Nach dem Abschied von Eckart von Hirschhausen wurde die Show aus Hannover von "Tietjen und Hirschhausen" in "Bettina und Bommes" umgetauft. "Mein Vorschlag war eigentlich "Tietjen und der Nächste". Der wurde aber abgelehnt, komisch eigentlich", sagt der 39 Jahre alte ehemalige Handballprofi.

Bettina Tietjen empfängt bereits seit 1997 einmal im Monat Gäste auf dem Sendeplatz, zunächst gemeinsam mit Eva Herman. Wegen ihrer umstrittenen Äußerungen zur NS-Familienpolitik entließ der NDR 2007 die frühere "Tagesschau"-Sprecherin Herman. Auf sie folgten Yared Dibaba und ab 2009 von Hirschhausen als Tietjens Talkpartner. Die 55-Jährige findet das gut: "Die Männer sind immer jünger geworden, es ist schon fast schon ein Generationswechsel." Bommes meint dazu: "Was Bettina eigentlich möchte ist, dass ich in der Sendung "Mutti" zu ihr sage."

Ohne Kameras funktioniert der Schlagabtausch zwischen den beiden, das ist eine gute Voraussetzung für die Gesprächsrunde, die im Wechsel mit der Hamburger "NDR Talk Show" und "3 nach 9" aus Bremen ausgestrahlt wird. "Tietjen und Hirschhausen" hatte 2014 in Norddeutschland im Schnitt 420 000 Zuschauer, das entsprach einem Marktanteil von 10,9 Prozent. Bundesweit sahen 770 000 Menschen zu.

In der ersten gemeinsamen Sendung empfangen Tietjen und Bommes unter anderem Volksmusik-Star Stefanie Hertel, Schauspieler und Autor Joachim Meyerhoff sowie zwei Weltumsegler. "So wie im Sport der nächste Gegner immer der schwerste ist, ist für mich der nächste Gast der interessanteste", sagt Bommes. Sport soll nach seinem Willen aber kein neuer Schwerpunkt des Talks werden. "Ich freue mich vor allem auf Leute, von deren Leben ich bisher gar keine Ahnung hatte", betont er.

Vor achteinhalb Jahren startete der gebürtige Kieler sein Volontariat beim NDR in Hannover, seither hat der Jurist eine steile Karriere hingelegt. Nach dem "Hamburg Journal", diversen Quizsendungen und zig Sportevents folgt jetzt die erste Talkshow außerhalb des Sports. "Lampenfieber habe ich nicht. Ich kann mich ja schlecht zu Hause hinsetzen und Gespräche üben", sagt Bommes, der mit seiner Frau und Kollegin Julia Westlake und zwei kleinen Söhnen in Hamburg lebt.

In diesem Jahr folgt für ihn noch eine weitere Premiere, so etwas wie ein Ritterschlag für Sportmoderatoren. Demnächst führt Bommes im Wechsel mit Reinhold Beckmann, Gerhard Delling und Matthias Opdenhövel auch durch die "Sportschau" am Samstag, den TV-Klassiker mit den Spielberichten der Bundesliga.