Hamburg - Mit einem zutiefst bewegenden Film bringt "Das Erste" den Roman "Nackt unter Wölfen" auf den Bildschirm. Die am Mittwoch in Hamburg vorgestellte Produktion zeigt die Neuinterpretation der erschütternden Geschichte in schonungslosen Bildern und mit herausragenden Darstellern.

Regisseur Philipp Kadelbach und Drehbuchautor Stefan Kolditz, ein Team schon beim preisgekrönten Dreiteiler "Unsere Mütter, unsere Väter", hätten den Film in seiner Radikalität so gemacht, wie man es sich gewünscht habe, sagte Produzent Nico Hofmann, Geschäftsführer der UFA Fiction. Zu den Hauptdarstellern gehören Florian Stetter ("Die geliebten Schwestern") und Peter Schneider ("Die Summe meiner einzelnen Teile").

Ausgestrahlt wird der Film am 1. April (20.15 Uhr) - zehn Tage vor dem 70. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald. Das 1958 veröffentlichte Buch des Buchenwald-Häftlings und ostdeutschen Autors Bruno Apitz (1900-1979) handelt von einem Kind, das in der Nazizeit in dem KZ bei Weimar von Häftlingen versteckt wird. 1963 kam eine DDR-Verfilmung von Frank Beyer in die Kinos. Die Neuverfilmung entstand nach Motiven des Romans, der 2012 in einer - um frühere Textentwürfe von Apitz und neuere historische Erkenntnisse - erweiterten Neuauflage erschienen war.

Es sollte ein Film werden, der dem Zuschauer Trauerarbeit und innere Anteilnahme möglich mache, sagte Hofmann. "Das geht nur, indem man den Schmerz mitnimmt, den Schmerz an sich ranlässt", betonte er. "Das tut der Film. Das ist garantiert auch jetzt die Grenze, die beim Publikum getestet wird." Man habe sich nicht verbiegen lassen, nichts gefälliger und kommerzieller gedreht. "Ob die Zuschauer, speziell in diesem Jahr, sich darauf einlassen werden, werden wir sehen. Aber der Film ging nur so, wie wir ihn gemacht haben", betonte der Produzent. Im Anschluss an den Film zeigt der Sender eine Dokumentation über Buchenwald.