Frankfurt a.M. (epd) l Millionen von Kinobesuchern haben sich in den James-Bond-Filmen der 60er und 70er Jahre nicht nur für den Geheimagenten und seine Abenteuer begeistert, sondern auch für die technisch raffinierte Ausstattung der Filme. Bonds futuristische Autos oder die wahnwitzigen Kommandozentralen der Schurken, die die Welt beherrschen wollten, faszinierten die Zuschauer. Erfinder dieser Science-Fiction-Welt ist der gebürtige Berliner Ken Adam. Am 5. Februar wird er 95 Jahre alt.

Bis 2001 war er für das Szenenbild von fast 50 Filmen verantwortlich. Zweimal erhielt er einen Oscar für das beste Szenenbild, 1976 für den Stanley-Kubrick-Film „Barry Lyndon“, 1995 für „King George – ein Königreich für mehr Verstand“ von Nicholas Hytner. Sechsmal wurde er für den Oscar nominiert.

Gesamter Nachlass in der Deutschen Kinemathek

Die Filmgeschichtsschreibung hat ihn längst als einen der innovativsten Production Designer des 20. Jahrhunderts entdeckt. 2015 wurde in Berlin und München eine große Ausstellung mit einem Überblick über sein Werk gezeigt. Sie war möglich, weil Adam 2012 seinen gesamten künstlerischen Nachlass schon zu Lebzeiten der Deutschen Kinemathek in Berlin übergeben hat. Ein erster Dank für Adam war damals ein Stern auf dem Boulevard der Stars in Berlin.

Ein Hauch von Bond in Berlin

Berlin (mh) l Schnelle Autos, teure Uhren, raffinierte Spezialeffekte - das bleibt den meisten Zuschauern bei Bond-Filmen in Erinnerungen. Doch ohne ausgeklügelte Kulissen würde das Konzept nur bedingt funktionieren. Eine Ausstellung ist dem Bond-Film-Designer Ken Adam gewidmet.

  • In seinen Arbeiten für die Bond-Filmsets hat Ken Adam die Grenzen des Vorstellbaren herausgefordert. Oft mit Humor, aber immer möglichst glaubhaft. Das Modell zeigt den Super-Tanker Liparus aus dem Film

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  • Rund 250 Zeichnungen aus der Sammlung von Ken Adam zeigt die Deutsche Kinemathek. Foto: Maurizio Gambarini/dpa

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  • Von der Laser-Macshine bis zum Inneren eines Vulkans - Ken Adam hat für sieben Bond-Filme Räume und Spezialeffekte geschaffen. Foto: Maurizio Gambarini/dpa

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  • Mehr als 5000 Zeichnungen rund um die Bond-Sets hat Oscar-Preisträger Ken Adam geschaffen. Foto: Maurizio Gambarini/dpa

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  • Der Szenenbildner Ken Adam und seine Frau Letizia. Der gebürtige Berliner und Oscarpreisträger Ken Adam stattete als Szenenbildner unter anderem zahlreiche James-Bond-Filme aus. Foto: Maurizio Gambarini/dpa

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Sir Kenneth Adam, inzwischen geadelt, ist als Klaus Hugo Adam 1921 in Berlin geboren. Die großbürgerliche jüdische Familie Adam betrieb ein Kaufhaus für Sport und Mode. Sie emigrierte 1934 nach London, wo Klaus Hugo Adam Ende der 30er Jahre mit einem Architekturstudium begann.

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Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs ging er zur britischen Luftwaffe, obwohl er offiziell noch Deutscher war. Er flog Einsätze „gegen die Nazis und Hitler, aber nicht gegen Deutschland“, wie er 2014 in einem Interview mit dem Sender „3sat“ sagte. Einige Mitglieder der großen Familie Adam, die in Deutschland geblieben waren, haben den Holocaust nicht überlebt, sie sind in Konzen­trationslagern getötet worden.

Zum Film kam der junge Architekt Ken Adam in den 50er Jahren. Mit „James Bond jagt Dr. No“ begann 1962 die inzwischen legendäre Serie mit dem britischen Geheimagenten, die Ken Adam ausstattete, mit „Moonraker – Streng geheim“ endete sie 1979. In sieben Bond-Filmen konnte er beim Design der Filmsets seiner Fantasie freien Lauf lassen.

Er schuf fantastische Welten, in denen sich Technik und Natur miteinander verbanden. Sie spielten mit dem Schrecken, waren aber auch nicht frei von Komik. Ken Adam begann auch damit, James Bond mit den populären technischen Spielzeugen auszurüsten: einer Zigarette, aus der plötzlich ein Projektil abgeschossen wird, oder einem Kugelschreiber mit eingebauter Handgranate.

Das Lieblingsgadget der Bond-Fans war aber wohl der silberfarbene Aston Martin, den er in „Goldfinger“ und „Feuerball“ fuhr. Der Wagen hatte nicht nur Schleudersitz, Radar und Wechsel-Nummernschilder, sondern auch Maschinengewehre in den Blinkern.