Ilsenburg l Beschwingt ging das alte Jahr mit vier Silvesterkonzerten des Philharmonischen Kammerorchesters Wernigerode zu Ende, wobei die Gala in der Ilsenburger Harzlandhalle stimmungsvoll wohl besonders herausragte.

Musikdirektor Christian Fitzner hatte mit den Solisten Olga Czerwinski und Alexander Voigt aus den Musikstädten Wien und Leipzig eine Auswahl aus populären Wiener und Berliner Operetten, aus Walzern, Märschen und Polkas und aus berühmten Opern getroffen. Den Damen des Orchesters stellte er die Kleiderwahl frei - sie traten in festlicher Abendrobe auf. Die Herren variierten zu Frack und Lackschuhen die unterschiedliche Farbigkeit der Schleifen, der "Fliege". Ein wirkliches Schauorchester.

Die Ouvertüre aus der Operette "Zigeunerliebe" von Franz Lehár eröffnete den Reigen. In den Eckteilen des Konzerts erklang die unsterbliche Musik von Johann Strauß (Sohn): Der Kaiserwalzer, der Czardás aus der Operette "Ritter Pásmán" und der Walzer "An der schönen blauen Donau". Fitzner moderierte die Silvestergala mit Charme - und zelebrierte "seinen" Johann Strauß mit großem Vergnügen und Akkuratesse, wie im Kaiserwalzer das Solo-Cello und die Streicher, das Harfenspiel und den satten Bläsersound.

In allem war es gelöstes und leichtes Musizieren des Kammerorchesters, immer wieder inspiriert von der treibenden Walzerseligkeit seines Konzertmeisters Krzysztof Baranowski. An einem der Bässe stand der junge Andreas Ehelebe - ein souveränes Ausnahmetalent und Preisträger bei "Jugend musiziert".

Die in Donezk geborene Wiener Sopranistin Olga Czerwinski überzeugte mit ihrer lyrisch-dramatischen Stimme in Opern- wie Operetten-arien. Antonin Dvoráks zartes Mondlied aus "Rusalka" und das strahlende "Brindisi"-Trinkduett aus der Verdi-Oper "La Traviata", gemeinsam mit dem Heldentenor Alexander Voigt als Zugabe interpretiert, gehörten zu den Höhepunkten.

Große sängerische Gestaltungskraft


Besonders mit dem Titel "Zwei Märchenaugen" aus Emmerich Kálmáns Operette "Die Zirkusprinzessin" gelang es Voigt, seine große sängerische Gestaltungskraft zwischen Freude und Schmerz überzeugend zu zeigen.

Ein Schmäckerchen war die Jockey-Polka von Josef Strauß. Fitzner hatte für die Peitschenknaller einen interessierten Konzertbesucher aufs Podest gebeten, der sich der Aufgabe mit großem Rhythmus- und Taktgefühl glänzend entledigte. Applaus und Hochrufe bis zum Schluss - dem traditionellen Radetzky-Marsch von Johann Strauß Vater. Ein schmissiger musikalischer Abschied von 2013!

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