Begründer der modernen Kunstwissenschaft

Johann Joachim Winckelmann gilt als Begründer der klassischen Archäologie und modernen Kunstwissenschaft.

In Stendal wurde er am 9. Dezember 1717 als Sohn eines Schusters geboren.

Schon als Schüler entdeckte er seine Liebe zum Griechischen. Er studierte Theologie in Halle, arbeitete als Bibliothekar und Lehrer, 1755 ging er nach Rom.

Sein Hauptwerk "Gedanken über die Nachahmung der Griechischen Werke in der Malerei und Bildhauerkunst" erschien im gleichen Jahr.

1758 unternahm er seine erste Forschungsreise zu den Ausgrabungen in Herculaneum und Pompeji.

Den Gipfel seiner Karriere erreichte er 1763, als ihn der Vatikan zum Oberaufseher aller Altertümer in und um Rom ernannte.

Fünf Jahre später wurde er in Triest ermordet.

Stendal (dpa). Das Winckelmann-Museum in Stendal will Besucher in diesem Jahr nicht nur mit Archäologie und Geschichte locken, sondern setzt auch auf Ostereier und Aktbilder. Die Ausstellung "Das Osterei - Liebespfand und Kunstobjekt" (März bis Mai) habe zwar keinen Zusammenhang mit Winckelmann, der als Begründer der klassischen Archäologie gilt, gehöre aber zum Schwerpunkt Kulturgeschichte, sagt Geschäftsführerin Stephanie-Gerrit Bruer in Stendal. Die Ostereier-Ausstellung zeige das Stendaler Museum, das von der Winckelmann-Gesellschaft getragen wird, zusammen mit dem Liechtensteiner Landesmuseum. Zu sehen sei eine internationale Vielfalt.

Von Herbst an werden Aktzeichnungen und Vorlagenbücher aus der Universitätsbibliothek Salzburg gezeigt. Oftmals hätten antike Statuen als Vorbilder für die Zeichnungen gedient. Das Museum wird mit Mitteln der Stadt Stendal, des Landes Sachsen-Anhalt sowie Drittmitteln finanziert, die die Winckelmann-Gesellschaft mit ihren rund 600 Mitgliedern einwirbt.

Im vergangenen Jahr hat die Winckelmann-Gesellschaft eine ihrer größten und bedeutendsten Schenkungen erhalten, wie die wissenschaftliche Kuratorin des Museums, Kathrin Schade, sagt. Der Berliner Germanist Wolfgang von Wangenheim habe rund 70 Bildwerke aus seiner Sammlung zur Verfügung gestellt. Darunter seien Gemälde, Handzeichnungen, Kupferstiche und Radierungen.

Im vergangenen Jahr hatte das Winckelmann-Museum laut Bruer etwa 11700 Besucher und damit etwa 200 weniger als noch 2012. Das sei der Sperrung der ICE-Strecke nach dem Hochwasser im Juni geschuldet, sagt sie. "Unsere Besucher kommen aus Berlin und Hannover." Etwa die Hälfte der Besucher seien aber auch Kinder und Jugendliche. Deshalb werde das Kindermuseum weiterentwickelt. Dort können schon seit Jahren Kinder und Jugendliche selbst archäologisch buddeln, Scherben finden und bestimmen oder antike Spiele spielen.

Im Jahr 2000 wechselte das 1955 gegründete Winckelmann-Museum aus städtischer Trägerschaft in die Trägerschaft der Winckelmann-Gesellschaft. Ihm war der Vorwurf gemacht worden, zu wissenschaftlich zu sein. Es widmete sich im Wesentlichen dem Archäologen Johann Joachim Winckelmann (siehe Kasten). Bekannt wurde das Haus 2003 durch den Aufbau eines Holzpferdes. Der Nachbau des Trojanischen Pferdes ist 15 Meter hoch, begehbar und wiegt 45 Tonnen.

www.winckelmann-gesellschaft.com

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