Eine Filmreihe für Cineasten mit Humor

In seinem Projekt "Die schlechtesten Filme aller Zeiten" knöpft sich Oliver Kalkofe mit seinem Kollegen Peter Rütten besonders miese Leinwandmachwerke vor, erklärt ihre Besonderheiten und zieht sie genüsslich durch den Kakao.

Jetzt startet die zweite Staffel der schrägen Reihe auf Tele 5.

An jedem ersten Freitag im Monat werden wieder Trashfilme vorgestellt.

Den Auftakt macht heute um 22.10 Uhr der skurrile Schocker "Sharknado", in dem ein Tornado unzählige menschenfressende Haie durch Los Angeles wirbelt.

Zu den Glanzlichtern der Reihe gehören in diesem Jahr der Vampirfilm "Blacula" (7. Februar), der Katastrophenfilm "Titanic II" (7. März) und ein "Agenten-Erotik-Knaller" (Kalkofe) mit dem Titel "Die sieben Männer der Sumuru". (ski/dpa)

Mit dem Hai-Horrorstreifen "Sharknado" beginnt heute die neue Staffel der "Schlechtesten Filme aller Zeiten". Mit Volksstimme-Mitarbeiterin Cornelia Wystrichowski sprach Oliver Kalkofe über seine Fernsehreihe und die Frage, wann ihn sein Job als TV-Kritiker richtig nervt.

Volksstimme: Herr Kalkofe, was genau erwartet den Zuschauer in der zweiten Staffel der Reihe?

Oliver Kalkofe: Wir zeigen erneut zwölf handverlesene Filmgurken. Mein Kollege Peter Rütten und ich präsentieren die cineastischen Juwelen, gehen auf besondere Highlights ein, versuchen, die Handlung zu erklären und präsentieren Partyspiele.

Volksstimme: Wo verläuft die Grenze zwischen einem lustig missglückten und einem nervtötend missglückten Film?

Kalkofe: Wenn man spontan lacht und denkt: Die wollten hier was machen und konnten nur nicht richtig, dann ist es lustig missglückt. Oder wenn es so absurd ist wie in "Super Shark". Das ist ein Trash-Monster-Film aus dem Jahr 2011, da springt ein mutierter Riesenhai an den Strand, frisst die Leute mit einem Happen weg und kämpft gegen einen Panzer auf Beinen, der für die afghanische Bergregion gebaut wurde und dem Hai karatemäßig in die Schnauze tritt.

Volksstimme: Bringt auch das deutsche Fernsehen solche lustig missglückten Filme hervor?

Kalkofe: Das Komische ist ja, dass wir im Bereich leichte Unterhaltung ein großes Problem haben. Entweder ein Film wird so seicht produziert, dass jede Emotion und jeder Witz so platt und dümmlich sind, dass sie jeder Idiot versteht. Oder wir haben schwere Tragödien über sterbende Menschen oder zerbrechende Beziehungen. Ich habe manchmal den Verdacht, dass viele tödliche Krankheiten zuerst vom Fernsehen und danach erst von der Medizin entdeckt werden (lacht).

Volksstimme: In Ihrer Sendung "Mattscheibe" nehmen Sie ja seit Jahren das Fernsehen aufs Korn. Haben Sie nicht langsam genug davon, durch die Untiefen der TV-Unterhaltung zu waten?

Kalkofe: Manchmal ereilen mich in der Tat kurze Momente der Verzweiflung, und ich denke mir, ich sollte mir das Elend nicht mehr antun. Die Arbeit ist oft ermüdend und deprimierend, weil sich nicht wirklich etwas verbessert, im Gegenteil. Es ist kein schöner Job, aber einer muss ihn ja machen, und solange ich noch laufen und kämpfen kann, werde ich nicht aufgeben.

Volksstimme: Gibt es keine Hoffnung auf eine Besserung des Programms?

Kalkofe: Ich habe wenig Hoffnung. Das Fernsehen hat zwar Geld, aber es nutzt seine Möglichkeiten nicht, alles wird bloß immer noch billiger und noch blöder. Vor allem die Privaten schauen nur darauf, dass sie am Ende ein Plus erwirtschaftet haben, und das kriegt man, je billiger und schlechter man produziert. Kurzfristig funktioniert das, langfristig zerstört man seine Reputation und den eigenen Sender. Formate wie etwa "Clash Boom Bang" mit Gina-Lisa Lohfink und Micaela Schäfer sind einfach nur ein kreischend lautes, aufgeblähtes Nichts, eine echte Belästigung, ohne Spaß und ohne Wert.

Volksstimme: Und was ist mit den öffentlich-rechtlichen Sendern?

Kalkofe: Die Öffentlich-Rechtlichen kommen ihrer Pflicht, neue Impulse zu setzen und Innovationen zu bieten, leider überhaupt nicht nach. Sie wollen in erster Linie niemandem missfallen, keinen Fehler machen und trauen sich deshalb rein gar nichts. Aber wenn man versucht, es immer jedem recht zu machen, macht man es am Ende niemandem mehr recht.

Volksstimme: Sie müssen sich als professioneller Fernsehzuschauer viel Schrott ansehen. Sehen Sie privat überhaupt noch fern?

Kalkofe: Nein, eigentlich nicht. Ich habe das Vertrauen ins Fernsehen verloren, ich setze mich schon lange nicht mehr hin und zappe mal, um zu schauen, was es so gibt. Der Fernseher ist bei mir wie bei vielen inzwischen ein reines Abspielmedium für DVDs, Blue Rays oder Inhalte aus dem Netz. Es gibt ja kaum eine Sendung mehr, die wirklich einen Einschaltimpuls hervorruft.

Volksstimme: Aber irgendwas müssen Sie doch gut finden?

Kalkofe: Da wird es eng. Natürlich gibt es einzelne Highlights. Aber generell? Man freut sich ja schon, wenn eine deutsche Serie oder ein Film nicht total komplett vergeigt, sondern ganz okay ist, so sehr ist der Anspruch gesunken. Aber eine Sache fällt mir ein: Die Serie "Der Tatortreiniger" finde ich richtig klasse, Hut ab! Und die "heute-show" ist etwas, was dem Öffentlich-Rechtlichen sozusagen aus Versehen mal gelungen ist. Aber danach muss ich schon wieder ganz lange nachdenken...

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