Berlin (dpa). Hollywood-Ehre für den deutschen Schauspieler mit spanischen Wurzeln: Daniel Brühl (35) darf sich Hoffnungen machen, an diesem Sonntagabend (in Deutschland ist dann bereits Montag) in Beverly Hills mit einem Golden Globe ausgezeichnet zu werden.

Er wurde nominiert für seine Nebenrollen-Darstellung des Rennfahrers Niki Lauda in dem Film "Rush - Alles für den Sieg". Nominiert sind auch: Barkhad Abdi (28) für seine Rolle in "Captain Phillips", Bradley Cooper (38) für "American Bullshit", Michael Fassbender (36) für "12 Years A Slave" und Jared Leto (42) für "Dallas Buyers Club".

Als Daniel Brühl Ende November von seiner Nominierung für die Golden Globes erfuhr, sagte er: "Das hat mich vollkommen umgehauen, weil es sehr überraschend war."

Für "Rush"-Regisseur Ron Howard kam die Nominierung wohl weniger überraschend. Der mit Filmhits wie "Apollo 13" (1995) und "Illuminati" (2009) bekannt gewordene Regisseur hatte Brühl schon während der Dreharbeiten des deutsch-englischen Rennfahrer-Dramas mit Oscar-Preisträgern wie Daniel Day-Lewis und Sean Penn verglichen.

Die Karriere des 1978 in Barcelona als Daniel César Martín Brühl González Domingo geborenen Filmschauspielers begann während der Kindheit in Köln. Nachdem der Sohn einer katalanischen Lehrerin und eines westdeutschen Fernsehregisseurs als Achtjähriger einen Vorlesewettbewerb gewonnen hatte, übernahm er Aufgaben als Hörspiel- und Synchron-Sprecher. Mit 15 bekam er die Hauptrolle in dem TV-Film "Svens Geheimnis".

Nach dem Kritikerlob für seine Darstellung eines Psychotikers im Jahr 2002 in "Das weiße Rauschen" wurde Brühl ein Jahr später mit "Good Bye, Lenin!" enorm populär in Deutschland. Seitdem arbeitet er auch konstant in Spanien und Frankreich.

Den internationalen Durchbruch brachte ihm 2009 der Part des Fredrick Zoller in Quentin Tarantinos "Inglourious Basterds". Die Hauptrollen 2013 in "Inside Wikileaks - Die fünfte Gewalt" und "Rush - Alles für den Sieg" markieren seine bisherigen Karriere-Höhepunkte.

Abgehoben aber ist Daniel Brühl keineswegs. Der Schauspieler, der sich weitgehend allem öffentlichen Rummel entzieht, ist bodenständig geblieben. Dazu sagte er Ende 2012 in einem Interview vom RBB-Kulturradio: "Man muss sich und seine Arbeit ernst nehmen. Aber: Man darf sich selbst nicht für zu wichtig halten." Ergänzend sagte er: "Als Anfänger dachte ich, ich muss über jeden roten Teppich laufen, um im Gespräch zu bleiben. Heute weiß ich, dass das Unsinn ist und gehe nur zu wirklich wichtigen Events."

Wichtig sind dem bekennenden Fan vom FC Barcelona, der ab und zu auch gerne selbst kickt, seine spanischen Wurzeln. Deshalb hat er mit einem ebenfalls in Berlin lebenden Freund aus Galicien die "Bar Raval" eröffnet. Schmunzelnd erzählt er gern: "Wenn mich die Sehnsucht nach Barcelona packt, esse ich hier Tapas. Dann geht\'s mir gut."

Allein die Nominierung für den Golden Globe dürfte Daniel Brühl attraktive Angebote einbringen. Große Produktionen, darunter bei dem britischen Regisseur Michael Winterbottom ("In This World"), sind bereits in Arbeit.

Von der Golden-Globes-Verleihung am Sonntag (in der Nacht zum Montag) erwartet er: "Dass es ein toller Abend wird. Dass ich mich freue, mit meinen Kollegen zusammenzusitzen. Preise wird es auf jeden Fall für mich nicht geben, davon gehe ich überhaupt nicht aus - bei der Konkurrenz!"