Zur Person: Michael Michalsky

Michael Michalsky gilt als einer der umtriebigsten Modedesigner Deutschlands und ist ein Aushängeschild der Berliner Fashion Week - seine "Stylenite"-Show mixt Musik und Mode. Er wurde in Göttingen geboren und wuchs in der Nähe von Hamburg auf.

Sein Handwerk studierte er in London, wo er auch als Türsteher jobbte. In Deutschland war Michalsky Design-Manager bei Levi\'s. Über mehrere Jahre prägte er die Marke Adidas.

Seit 2006 hat er sein eigenes Unternehmen. Von ihm gibt es mittlerweile nicht nur Mode, sondern auch Sofas und Tapeten.

Er ist einer der umtriebigsten Designer auf der Berliner Modewoche. Im dpa-Interview spricht Michael Michalsky (46) über Trends, Männerleggins und seinen eigenen Kleiderschrank.

Frage: Was brauche ich dieses Jahr unbedingt im Schrank?

Michael Michalsky: Im Sommer brauchen Sie auf alle Fälle, wenn Sie eine Dame sind, irgendetwas, was plissiert (in Fältchen gelegt) ist. Toll sind im Sommer Pastelltöne, die noch eine gewisse Schärfe haben. Bei Jungs ganz klar weiter Sneakers, Jeans, T-Shirts, ein schick geschnittenes Jackett, was die Bewegung auch mitmacht. Bei Frauen noch Lederleggins zum Beispiel und Tuniken oder Sachen, die an Tuniken erinnern.

Frage: Was halten Sie denn von Leggins für Männer?

Michalsky: Grundsätzlich finde ich Individualität in der Mode toll. Wenn es Leute gibt, die das tragen können, finde ich das gut. Für mich ist das sicherlich keine Option. Ich bin ja nun schon in einem Alter, in dem man nicht mehr in Leggins herumlaufen möchte. Aber ich habe schon den einen oder anderen in Berlin-Mitte gesehen, bei dem ich gedacht habe: Wow, sieht ja eigentlich ganz cool aus.

Frage: Und welche Trends gibt es für den kommenden Winter?

Michalsky: Man sagt ja: Rot wird das neue Schwarz. In meinem Fall ist das ein chinesisches Lackrot, wie man es von asiatischen Holzarbeiten kennt. Und definitiv Schwarz in Kombination mit Rot oder Weiß. Bei den Metallictönen ist es Bronze-Metallic.

Frage: Welche Typen sind bei Models gefragt?

Michalsky: Das kann man nicht so vereinheitlichen: Jeder Designer oder jede Marke hat ein bestimmtes Schönheitsideal. Ich bin eher jemand, der Models atypisch auswählt. Ich hatte ja zum Beispiel Eveline Hall in meiner Show, die weit über 65 ist, die ich sensationell schön finde.

Frage: Haben Sie selbst einen großen Kleiderschrank?

Michalsky:
Relativ klein. Ich hatte früher auch mal das Syndrom, das viele Frauen haben, dass ich viele Sachen aufgehoben habe, weil ich gedacht habe, dass das besser ist. Ich konzentriere mich (heute) auf das Wesentliche. Ich habe ja auch ein bisschen eine Uniform: Ich ziehe immer eine dunkle Jeans an und ein T-Shirt, wenn es geht, sonst einen Pullover oder bei offiziellen Sachen eher ein Hemd. Meine Farben sind relativ limitiert: Ich stehe auf Dunkelblau, Schwarz, Weiß, Grau.

Frage: Können Sie sich vorstellen, wie andere prominente Designer auch im Fernsehen Karriere zu machen?

Michalsky: Das ist bei mir nicht geplant, aber man soll niemals nie sagen.

Frage: Sie haben schon früh Lady Gaga entdeckt, die vor Jahren mal bei Ihrer Show zu Gast war. Was ist Ihr Tipp: Wer ist die nächste Stilikone?

Michalsky: Ich glaube an die Leute, die ich das letzte Mal in meiner Show hatte: das New Yorker Duo Hurt. Bei denen geht die Karriere steil nach oben. Für diese Stylenite habe ich eine neue schwedische Band entdeckt: The Majority Says - die Musik geht Richtung Indie/Indiepop. Und dann werde ich als Hauptact Lisa Stansfield haben, die in den 90er Jahren sehr erfolgreich war. Die hat immer noch eine sensationell tolle Stimme. Sie wird auf meiner Stylenite ihre neue Platte präsentieren plus eine Auswahl ihrer größten Hits.

 

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