Infos zur Nacht

Die Lange Nacht im Kunstmuseum am Sonnabend, 25. Januar, beginnt um 19 und endet um 1 Uhr.

Es gibt zwei Lichtshows von Kurt Laurenz Theinert: um 20.30 und um 23 Uhr.

Zum Programm gehören auch Musik, Lesungen, Puppenspiel und Rundgänge.

Karten kosten 5 Euro im Vorverkauf und 6 Euro an der Abendkasse.

Weitere Informationen gibt es unter (0391) 565020 und unter www.kunstmuseum-magdeburg.de.

Magdeburg l Weiße Linien tasten sich die Kirchenwände entlang. Sie verdichten sich; dann verschwinden sie plötzlich, und der Raum wird in Azurblau getaucht. Nach und nach legen sich bunte Formen über das Blau - mal geometrisch, mal abstrakt. Die Lichtinstallation von Kurt Laurenz Theinert versetzt den Zuschauer in eine andere Welt. Es ist, als sei man in seinen Computerbildschirm geschlüpft und stünde nun mitten in einer 3D-Simulation. Bei der Langen Nacht im Kunstmuseum kann jeder Besucher selbst inmitten von Lichtstrahlen staunen. Dann spielt der Stuttgarter live auf seinem "visual piano".

Das Instrument hat er mit zwei Softwarespezialisten entwickelt. Die grafischen Muster werden mit Hilfe einer Tastatur erzeugt und durch einen daran angeschlossenen Beamer auf Leinwände projiziert. Das alles macht der Künstler spontan. Musikalisch begleitet wird er von einem Orgelspieler.

Museumschefin Annegret Laabs schwärmt schon jetzt: "Die Kirche wird an diesem Abend verzaubert." Den Tipp mit dem Lichtmaler gab ihr eine Kollegin aus Berlin. "Wir haben etwas Publikumswirksames gesucht - etwas für Menschen, die einen Abend mit Kultur verbringen möchten, aber keine genauen Vorstellungen von diesem Abend haben." Berlin ist nicht die einzige Metropole, in der Theinert bisher mit seinem "visual piano" aufgetreten ist. Auch in London, New York und Singapur war er schon.

Zweimal versetzt der Künstler die Magdeburger am Sonnabend in einen Farbenrausch. Aber auch vor und nach der Live-Malerei werden sie in der Kirche aus der Realität herausgeholt. Auf Fernsehern und Leinwänden laufen in Endlosschleifen Künstler-Videos - mal sieht man einer Rieseneidechse zu, mal fährt man mit einer Hochbahn durch Tokio.

Und dann wäre da noch die "Astronomische Uhr" - ein Maschinenskulpturen-Ensemble vom Franzosen Daniel Depoutot. Zu jedem der rostigen Kunstwerke gehört ein Holz-Totenkopf, der ordentlich Rabatz macht: Einer haut mit einer alten Fahrradklingel auf Sägeblätter und Radkappen, ein anderer mit dem Schraubenschlüssel auf eine Glocke. Für die Lange Nacht werden die höllischen Skulpturen nach Jahren wieder aus der Museums-Sammlung hervorgeholt. Und Depoutot kommt extra angereist, um sie in der Kirche in Szene zu setzen.

Übrigens ist es das erste Mal seit zwölf Jahren, dass die romanische Kirche - sonst als Konzerthalle genutzt - ausgeräumt wird. Ohne die 345 Stühle wird es jede Menge Platz geben für Mitreisende in die bunten, skurrilen Welten.