Dessau/Magdeburg l Die Suche nach einem neuen Bauhaus-Direktor startet in die heiße Phase. In Magdeburg kommt am heutigen Freitag der Stiftungsrat zusammen, um die Bewerbungen zu sichten. Offenbar hat auch der jetzige Leiter der Einrichtung, Philipp Oswalt, seinen Hut in den Ring geworfen. Das berichtete die Mitteldeutsche Zeitung am Donnerstag.

Die Bewerbung wäre eine überraschende Wendung. Der Stiftungsrat hatte im vergangenen Jahr einstimmig entschieden, Oswalts Vertrag nicht zu verlängern, sondern die Stelle neu auszuschreiben. Das Vertrauen sei beschädigt, stellte der Stiftungsratsvorsitzende fest, Kultusminister Stephan Dorgerloh (SPD).

Ende Februar will Oswalt über Zukunftspläne reden - jetzt nicht

Sieben Personen beraten heute über die Personalie: drei Vertreter des Landes, zwei Entsandte aus Bundesministerien und zwei Vertreter der Stadt Dessau-Roßlau. Nach Volksstimme-Informationen liegen etliche Bewerbungen vor. Bauhaus-Chef Oswalt sagte gestern auf Anfrage, er werde sich erst am 27. Februar äußern. Für diesen Tag hatte er zu einem "Kehraus" eingeladen - mit einer vielsagenden Formulierung: Er wolle Bilanz ziehen sowie einen Ausblick auf 2014 "und manch weitere Zukunftspläne" geben. Einige hoffen, dass dazu die Bewerbung für eine zweite Amtszeit gehört. "Wenn es um die fachliche Eignung geht und nicht um persönliche Animositäten, kommt man nicht umhin, ihn zu einer Bewerbung einzuladen", sagt etwa die Dessauer Bundestagsabgeordnete Steffi Lemke (Grüne).

Die Direktorenstelle ist allerdings nicht die einzige Baustelle im Bauhaus. Gesucht werden auch Experten für den wissenschaftlichen Beirat. Aus Protest über den Umgang mit Oswalt waren sämtliche Mitglieder im November zurückgetreten. "Natürlich brauchen wir auch künftig fachliche Expertise für das Bauhaus", sagt die SPD-Landtagsabgeordnete Corinna Reinecke, Mitglied im Stiftungsrat.