So unterschiedlich die Künstler, so vielschichtig die Ausstellung: Im Forum Gestaltung in der Brandenburger Straße sind von heute an Grafiken, Malerei und Skulpturen von Stipendiaten der Stadt Magdeburg zu sehen.

Magdeburg l Seit 1999 vergibt die Stadt Magdeburg Stipendien für bildende Künstler aus ganz Deutschland. Ihnen werden für den Zeitraum von einem bis drei Jahren Ateliers auf dem ehemaligen Kasernengelände an der Tessenowstraße zur Verfügung gestellt. Allerdings wissen die wenigsten Magdeburger von diesem engagierten Projekt. Die erste Gemeinschaftsausstellung der "Tessenow-Künstler" unter dem Titel "Eigensinnige Inseln" soll das ändern.

"Der Anlass der Ausstellung ist ein ganz pragmatischer. Wir wollen den Menschen hier zeigen, dass es in Magdeburg Künstler gibt, die hier arbeiten und leben und die Teil einer wirklich lebendigen Kunstszene sind, der leider viel zu oft viel zu wenig Beachtung geschenkt wird", erklärt Norbert Eisold, der Kurator.

Die Künstler, die ihre Ateliers auf dem Cracauer Anger verlassen, um ihre Arbeiten bis zum 2. Mai einem breiten Publikum zu präsentieren sind: Marc Haselbach, Oliver Scharfbier, Ricarda Hoop, Sebastian Herzau, Andrea Löhrke, Christopher John Smith und Marco Antonio Gutiérrez Alfaro.

Die Arbeiten der Künstler bilden ein großes Spektrum der zeitgenössischen bildenden Kunst ab. Objektkunst und Bildhauerei zeigt die Ausstellung ebenso wie abstrakte grafische Arbeiten und realistische Malerei. Und trotz der unterschiedlichen Bildsprachen gelingt es den Künstlern und dem Kuratorium, eine Exposition zusammenzustellen, die die Werke in einen Dialog treten lässt. "Der Name der Ausstellung legt es ja nahe. Die Künstler agieren nicht als feste Gruppe. Aber sie haben natürlich Berührungspunkte. Und die Möglichkeit, diese zu entdecken, wollen wir dem Betrachter bieten", erklärt Eisold.

Für künstlerische Entdeckungen ist das Forum Gestaltung der richtige Ort. Nachdem mit der vergangenen Ausstellung das Werk von Stefan Wewerka geehrt und erstmals in den Fokus der Magdeburger Öffentlichkeit gestellt wurde, ist die Ausstellung "Eigensinnige Inseln" ein weiterer Schritt hin zum Selbstverständnis der Stadt als Ort der Kunst und zur überfälligen neuen Außenwahrnehmung dieser als solche. "Die Stadt hat viel zu lange gewartet, und darüber gerieten viele Magdeburger Künstler fast in Vergessenheit", mahnt der Kurator mit Blick auf den bisherigen Umgang der Stadt mit ihren Künstlern.

Zur Ausstellung hat das Forum Gestaltung ein Faltblatt mit literarischen Porträts der "Tessenow-Künstler" herausgebracht, das sich beliebig mit zukünftigen Porträts erweitern lässt. Möge es ein sehr langes Leporello werden!