Berlin (dpa) l Nach der Entscheidung der Limbach-Kommission zum Welfenschatz hat ein weiterer früherer Miteigentümer Ansprüche auf die wertvollen Goldschmiedearbeiten erhoben. Die Erben des jüdischen Juweliers Hermann Netter kündigten an, ihr Restitutionsbegehren gegenüber der Stiftung Preußischer Kulturbesitz weiterzuverfolgen. Ihre Dresdner Rechtsanwältin Sabine Rudolph sagt, es sei unglaublich, dass die Kommission eine Empfehlung zum Verbleib des Schatzes in Berlin abgegeben habe, ohne dass Netters Erben an dem Verfahren beteiligt waren.

"Für unsere Mandanten werden wir die Entscheidung so nicht anerkennen." Netter war ihren Angaben zufolge mit 25 Prozent am Welfenschatz beteiligt, als die Preziosen 1935 an den preußischen Staat verkauft wurden. Die Limbach-Kommission hatte gestern befunden, der damalige Verkauf durch vier Kunsthändler sei nicht unter NS-Druck erfolgt.