Von Felix Bornholdt

Magdeburg l Mit einem saftigen Bass und einem gleichzeitig faszinierenden und dezenten Schlagzeug erweiterte sich das virtuose Gitarrenduo Guitarissimo um Sigi Schwab und Peter Horton zu einer Quelle der Vielfalt und bezauberte am Donnerstag die Gäste von Kunst Kultur Karstadt.

Aus der klassischen Gitarrenschule stammend, ist der Jazz von Horton und Schwab filigran, detailreich und technisch komplex im Grenzbereich zwischen Komposition und Jazz. In allen Ebenen der Musik ist etwas Verzückendes für das Ohr zu finden, während an der Oberfläche ein homogener, undurchschaubarer Wohlklang herrscht.

Jede Nummer überrascht aufs Neue, und wenn man glaubt, ihr Repertoire erfasst zu haben, bringen sie wieder etwas Unglaubliches. Andreas Keller, der Perkussionist, spielt auf so vielen raffinierten Ins-trumenten, dass er sie zu zwei Sets aufbauen muss. Dennoch besticht er eher durch Technik und Einfallsreichtum. So habe ich zum ersten Mal ein fünfminütiges Solo auf einem 1,50 Meter langen Plastikfallrohr erlebt und dessen erstaunliche Klangvielfalt wirklich genossen.

Hortons und Schwabs Kompositionen haben Feuer und Groove, sind modern bis klassisch und stellenweise gar barock. Der Bassist Tommi Müller scheint ihnen etwas in Geschwindigkeit nachzustehen, stellt dies aber in einem großartigen Solo richtig und sorgt für die Wucht des Ensembleklangs.

Man könnte den Klang als grandiose, spektakuläre Fahrstuhlmusik beschreiben, bei der man nur nicht wieder aussteigen will.