7800 Besucher
Mit einer Auslastung von mehr als 88 Prozent sind am Sonntag die Telemann-Festtage in Magdeburg zu Ende gegangen. Insgesamt waren für 45 Veranstaltungen mit etwa 530 Mitwirkenden aus 20 Ländern 7800 Karten - 1000 mehr als vor zwei Jahren - verkauft worden. Das Konzept, neben der Musik Georg Philip Telemanns diesmal auch Werke von Komponisten der Generation Carl Philipp Emanuel Bachs, einem Patenkind Telemanns, in das Programm einzubeziehen, sei auf positive Resonanz gestoßen. Das sagte Carsten Lange, wissenschaftlicher Leiter des Zentrums für Telemann-Pflege und -Forschung. (dpa)

Magdeburg l Unter dem Titel "Virtuoses Finale" wurde das Abschlusskonzert der 22. Magdeburger Telemann-Festtage am Sonntagabend in der Tat zu einem grandiosen Finale der Virtuosen.

Die Virtuosi Saxoniae unter der Leitung von Ludwig Güttler eröffneten das Konzert in der bis auf den letzten Platz besetzten Johanniskirche mit der Ouverturensuite D-Dur für Trompete, Streicher und Basso continuo von Telemann. Hier bestimmt die Trompete bis auf wenige Ausnahmen die Klangfarbe des Werkes, so dass Ludwig Güttler, Telemann-Preisträger des Jahres 1988, die Herzen der Zuhörer schon nach wenigen Takten erobern konnte.

Mit im Programm des ersten Teiles des Konzertes war eine Komposition von Johann Gottlieb Graun. Er war gut 20 Jahre jünger als Telemann und stand als Komponist immer zu Unrecht im Schatten seines Bruders, des Kapellmeisters Carl Heinrich. Um so verdienstvoller war die Entscheidung, die Sinfonia D-Dur von Graun in das Programm zu nehmen und zwischen Telemanns Ouverturensuite D-Dur und sein grandioses Concerto Es-Dur zu platzieren. Graun, vermutlich nur Kennern der Musik dieser Zeit bekannt, bewies mit dieser Sinfonie, dass er einen Platz ganz dicht bei dem Triumvirat Bach-Händel-Telemann verdient hat.

Den zweiten Teil des Finalkonzertes prägte Carl Philipp Emanuel Bach mit seiner D-Dur-Sinfonie und seinem Concerto B-Dur. Die durch eine wuchtige Bläserbesetzung gekennzeichnete Sinfonie mit zwei Trompeten, zwei Hörnern, zwei Traversflöten, zwei Oboen und zwei Fagotten nebst Pauken, Streichern und dem Generalbass, Basso continuo, wurde zu einem Paradestück der virtuosen Sachsen. Im Mittelpunkt des Concerto B-Dur steht die Traversflöte, was höchste musikalische Anforderungen an ihren Spieler stellt. Eckart Haupt ist so ein virtuoser Flötist, der in beeindruckender Weise die schwierigsten Passagen fast mühelos bewältigte.

Den Abschluss des herausragenden Konzertabends bildete dann Telemanns F-Dur Ouverturensuite, die mit vier Hörnern und zwei Oboen nicht minder beeindruckend einen Querschnitt der Kompositionskunst Telemanns bot. Dieses auch als Alster-Ouverture bekannte Werk komponierte er als Vorspiel für ein Freiluftkonzert anlässlich eines Besuches des Braunschweiger Herzogs in Hamburg. Telemann gestaltete das Werk mit viel Augenzwinkern. So sind das Quaken von Fröschen und das Gekrächze von Elstern ein Bestandteil dieser Komposition.

Die Zeitgenossen Bach, Händel und Telemann schrieben Musikgeschichte. Dieses Konzert war wie die gesamten 22. Magdeburger Telemann-Festtage eine hervorragende Würdigung dieser historischen Leistung.