Magdeburg (ta) l Pierre-Auguste Renoir widmet sich lieber seinen Zeichnungen, als den Wirren des Ersten Weltkrieges. Coco Chanel, die aus einem Waisenhaus kommt, schafft es, sich mit ihren Kreationen bis in die weltweite Mode-Elite hochzuarbeiten. Serge Gainsbourg stöhnt mit Jane Birkin seinen größten Hit "Je t´aime" - und verschwindet dann, sowohl von der Leinwand als auch aus den Hitparaden.

Sie alle werden neben vielen anderen französischen Persönlichkeiten bald große Rollen spielen - in einigen Kinos Sachsen-Anhalts. Denn vom 27. März bis zum 13. April 2014 finden die Französischen Filmwochen Sachsen-Anhalt statt.

"Das hat es so bisher noch nicht gegeben, zumindest nicht in Sachsen-Anhalt", erzählt Christoph Hack vom Artist e. V. beim Moritzhof in Magdeburg. Es sei Wunsch der französischen Botschaft, Konsulbezirk Sachsen-Anhalt, gewesen, mehr französische Kultur auf die hiesigen Kinoleinwände zu holen. Gemeinsam mit dem Institut Français Sachsen-Anhalt begeben sich daraufhin vier Lichtspielhäuser in Dessau, Halle und Magdeburg für 18 Tage auf eine Reise und mit einem Programm zur Entdeckung von Geschichten und Gesichtern der französischen Kinokultur.

Im Mittelpunkt des Programms stehen zehn Filme, die bisher noch nicht in Sachsen-Anhalt zu sehen waren, aber in Frankreich große Erfolge feiern konnten, wie "Casse-tête chinois" oder "Suzanne".

Mit "Violette", einem bewegenden Porträt der Beziehung zwischen Violette Leduc und Simone de Beauvoir, und dem Biopic über Stardesigner Yves Saint Laurent stehen zwei Filmpreviews im Programm der Französischen Filmwochen im Zeichen der Filmbiografien. Dies war der Anlass für eine kleine Retrospektive weiterer französischer Porträtfilme. So finden sich hier Coco Chanel, Edith Piaf, Renoir und Serge Gainsbourg auf der Leinwand wieder. Und natürlich, wenn schon französische Filmwochen, dann auch richtig: "Die meisten Filme werden im Originalton laufen, also auf Französisch. Es gibt Ausnahmen, die Kinderfilme zum Beispiel", erklärt Christoph Hackel. "Aber man muss kein Französisch-Profi sein, um die Filme verfolgen zu können. Sie laufen teilweise mit Untertitel."

Karten für die Filme gibt es in den teilnehmenden Kinos im Moritzhof Magdeburg, Cinemaxx Magdeburg, Kiez-Kino Dessau und Luchs-Kino Halle. Christoph Hackel hofft, dass das Projekt auf reges Interesse stößt. "Die Französischen Filmwochen sind in diesem Jahr eine Premiere, nicht nur für uns, sondern auch für das Publikum. Wir werden sehen, ob es im nächsten Jahr noch mal ein ähnliches Projekt geben wird. Vorstellungen hätte ich da schon viele. Aber das bleibt erst einmal mein Geheimnis", sagt Christoph Hackel.

Weitere Informationen gibt es unter: französische-filmwochen.de