Peter Maffay rockt den Brocken. 200 Fans erleben das einzigartige Radio-Hörerkonzert und sind begeistert - von der Professionalität und der persönlichen Begegnung auf Augenhöhe. "Niemals war es besser", singt die Rocklegende, die mit seiner Band ab Januar 2015 durch Deutschland tourt.

Wernigerode l Mit drei Schritten ist er am Mikrofon, zieht geschwind seine Lederjacke aus und sagt: "Hallo, ich bin Peter und das ist meine Band." Dann greift Peter Maffay in die Saiten seiner Gitarre, das Publikum begleitet die ersten Takte des einmaligen Konzerts am Dienstagabend auf dem höchsten Harzgipfel mit Beifallsstürmen. Der Funke ist sofort übergesprungen.

"Niemals war es besser", gibt der 1,68 Meter große Mann den ersten Song seines neuen Albums "Wenn das so ist" zum Besten und zeigt sich von der Begrüßung sichtlich angetan. "Hier oben hört uns niemand, lasst uns den Brocken rocken", sagt Maffay und macht aus seiner Begeisterung über die außergewöhnliche Veranstaltungsstätte in über 1000 Metern Höhe keinen Hehl.

So sehen es auch die 200 Gewinner der Exklusiv-Mucke des Radiosenders SAW. Die Fans genießen es in vollen Zügen, Peter Maffay und seine acht Musiker auf engstem Raum hautnah und live zu erleben. Schon die Fahrt mit der Harzer Schmalspurbahn auf den Brocken ist für viele etwas ganz Besonderes gewesen. Vom Bahnhof in Wernigerode dampfte der Sonderzug in Richtung Schierke los. Während der Fahrt stimmte das Radio-Team die Gäste mit Maffay-Songs ein.

Nach knapp zwei Stunden hat der Sonderzug den Gipfel erreicht, von dem aus sich eine imposante Fernsicht bietet. Nahtlos an das Naturschauspiel knüpft das Musikerlebnis an. Und das, obwohl mit Gitarrist Carl Carlton erst kurz vor dem Konzert ein wichtiger Mann ausgefallen ist. Es spricht jedoch für die Professionalität von Maffay und Co., wie die Lücke gemeinsam geschlossen wird. Die Bandmitglieder Peter Keller (Gitarre), Ken Taylor (Bass), Bertram Engel (Schlagzeug) und Jean-Jacques Kravetz (Gitarre, Keyboard) haben den Part ihres erkrankten Kollegen einfach mit übernommen.

Kraftvoll und energiegeladen wird gerockt, der Goethesaal beim Brockenwirt vibriert und das Publikum singt textsicher die Lieder aus dem gegenwärtigen Nummer-1-Album der deutschen Charts mit. Bei dem Biker-Song "Gelobtes Land" gibt es für die Zuhörer kein Halten mehr. Peter Maffay dirigiert eine tanzende, singende und klatschende Fan-Gemeinde, die ausgelassen feiert.

Zwischen den Titeln richtet das 65-jährige Energiebündel persönliche Worte an das Publikum. Maffay spricht über sein Engagement für Frieden und Gerechtigkeit, für Kinder und über seine Stiftung, mit der Hilfsprojekte in Deutschland, Spanien und Rumänien unterstützt werden. Er nehme es gelassen, oftmals als ein Weltverbesserer hingestellt zu werden. "Das ist viel besser als ein Weltverschlechterer", sagt der Sänger mit der markant rauen Stimme und erntet von der Menge Sympathiebekundungen.

Nach der geplanten Stunde ist noch nicht Schluss. Peter Maffay und Band spielen "Wenn das so ist", "Halleluja" und weitere Zugaben. Sie laden die "Freunde" ein, sich auf ihrer nächsten großen Tournee, die im Januar und Februar 2015 durch Deutschland führt, wieder zu treffen. Die Neugierde ist mit diesem Ereignis allemal geweckt.

Bevor der Sonderzug durch die Stille der Nacht vom Brocken in Richtung Wernigerode fährt, wird so manchem der 200 Konzertbesucher bewusst, was er da gerade live erlebt hat. Halleluja: Peter Maffay hat denGipfel des Nationalparks Harz gerockt.