Berlin (dpa) l Jetzt singt er auch noch! Diesen Seufzer stößt bei ihm wohl kaum jemand aus, denn seine Fans - und das sind im deutschsprachigen Raum viele - sind froh, wenn er überhaupt noch in Erscheinung tritt. Die Rede ist von Hape Kerkeling. Der Moderator und Autor bringt an diesem Freitag ein Album mit alten Schlagern heraus. Der Titel: "Ich lasse mir das Singen nicht verbieten".

"Eigentlich wollte ich schon immer Schlagersänger werden", sagt Kerkeling. "Auf meinen Live-Tourneen bestand die Hälfte des Programms aus Musik - von Liedern des Eurovision Song Contests über selbstgeschriebene Songs bis zu italienischen Schnulzen, deutschen Schlagern oder Parodien auf holländische Liedermacher."

Duette mit Roos, Hunziker und Comerford

Eine "wirklich beeindruckende Erfahrung" sei es gewesen, dass das renommierte Deutsche Filmorchester Babelsberg für ihn die Titel eingespielt habe. Er hat noch mehr Gründe, sich wie ein Kind über das Projekt zu freuen. Seit fast 40 Jahren habe er von einem Duett mit Mary Roos geträumt: "seitdem sie damals mit Kermit gesungen hat in der "Muppet-Show".

Mit Roos singt Kerkeling das Lied "How Do You Do". Weitere Duette gibt es mit Showmasterin Michelle Hunziker ("Komm ein bisschen mit nach Italien"), Texas-Lightning-Frontfrau Jane Comerford ("Chanson d`Amour") und der Moderatorin Kim Fisher ("Fahrende Musikanten").

Mit einem wahren Feuerwerk beginnt die Platte: und zwar tatsächlich mit "Feuer". Dieses Lied sang Ireen Sheer beim Grand Prix Eurovision de la Chanson 1978 in Paris und holte für Deutschland Platz sechs.

Schlager sind Kerkelings Kindheitserinnerung

Das Besondere bei Kerkeling daran: Zeilen wie "Ich lass mich nie von den Männern dressier\\\'n, hab\\\' ich geschworen" ließ der Entertainer unverändert, anders als beim titelgebenden Lied "Wir lassen uns das Singen nicht verbieten", das er zu "Ich lasse mir das Singen nicht verbieten" machte.

Viele der Schlager - etwa "Schmidtchen Schleicher", "Jetzt geht die Party richtig los" oder "Herzen haben keine Fenster" - wecken bei Kerkeling Erinnerungen an Kindheit und Jugend und lustige Familienfeiern damals.

"Natürlich haben die 70er im Rückblick auch immer ein bisschen was Spießiges und Muffiges. Trotzdem war es tatsächlich eines der erfrischendsten und aufbruchgesteuertsten Jahrzehnte, die dieses Land je erlebt hat." Das spürt man an den Liedern, wie er meint. Ihm gefalle auch, dass man sich den Hits "vollkommen gedankenfrei hingeben" könne. "Das ist eine Art Meditation, denn die Birne wird wirklich frei bei diesen Songs."