Von Uta Baier

Dessau l Ab Dienstag ist die Anhaltische Gemäldegalerie Dessau um ein Bild ärmer. Die Stiftung Schloss Friedenstein Gotha wird dagegen um ein Gemälde reicher sein, denn Dessau gibt das "Bildnis einer jungen Frau" (entstanden Ende 16./Anfang 17. Jhd.) von einem Maler aus dem Umfeld Raffaels an die Gothaer Sammlungen zurück.

Das Bild war nach 1945 von russischen Trophäenbrigaden aus Gotha in die Sowjetunion gebracht worden, kam mit der großen Rückgabewelle - bei der auch Raffaels Sixtinische Madonna, der Pergamon-Fries und 1,5 Millionen andere Kunstwerke an die DDR zurückgegeben wurden - nach Berlin. Von dort wurde es 1959 irrtümlich an Dessau zurückgegeben. Zu Unrecht, wie Ralph Jaeckel, wissenschaftlicher Mitarbeiter des von der Kulturstiftung der Länder initiierten Projektes "Deutsch-Russischer Museumsdialog" jetzt herausfand. Das Bild stammt eindeutig aus den Gothaer Sammlungen und ist dort im Verlustkatalog verzeichnet. In Gotha wird das Bild vorerst ins Depot kommen, später soll es im Rahmen der Dauerausstellung gezeigt werden.