Halle (dpa/kc) l Aus Protest gegen die gekürzte Landesförderung für die Theater gibt der Intendant der Oper Halle, Axel Köhler, seine Stelle auf. Dies teilte er am Mittwoch in einem Schreiben an Halles Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) mit. Er könne die geplanten Strukturanpassungen mit erheblichen Stellenstreichungen nicht mittragen, so Köhler. Nach 30-jähriger künstlerischer Tätigkeit in Halle und an der Oper stehe er für eine Vertragsverlängerung nicht zur Verfügung.

"In diesem Sinne protestiere ich persönlich auf die mir einzig mögliche Weise gegen eben diesen Weg, den die Kulturpolitik des Landes Sachsen-Anhalt den Theatern Eisleben, Dessau und Halle aufzwingt", schrieb Köhler. Die Landesförderung für die Theater im Land ist in diesem Jahr um sechs Millionen Euro auf rund 30 Millionen gesenkt worden. Halle bekommt damit künftig rund neun Millionen Euro statt bislang knapp zwölf Millionen.

Inszenierungen an mehreren deutschen Bühnen

Der 1960 geborene Köhler ist Kammersänger, Regisseur und Intendant. Er inszenierte seit 2000 an mehreren deutschen Bühnen Opern. Seit 2009 ist er Künstlerischer Direktor und seit 2011 Intendant der Oper Halle innerhalb der Theater, Oper und Orchester GmbH Halle.

Sachsen-Anhalts Kultusminister Stephan Dorgerloh dankte dem Intendanten für dessen künstlerische Laufbahn in Halle. Auf die Frage, ob der Weggang Köhlers nach Auslaufen des Vertrages in zwei Jahren nicht einen großen Imageverlust für die Stadt und für Sachsen-Anhalt bedeute, antwortete Dorgerloh dem MDR zufolge, es täte generell gut, wenn es im Theater und in der Oper immer wieder mal Wechsel gebe, somit neue Leute kämen.