München/Los Angeles (dpa). Der deutsche Filmproduzent Bernd Eichinger ist tot. Eichinger starb mit 61 Jahren in Los Angeles, wie seine Familie mitteilte. Er erlitt am Montag-abend während eines Essens mit Familie und Freunden einen Herzinfarkt. Der Münchner hatte einen zweiten Wohnsitz in Hollywood.

Zu seinen Werken gehörten Filme wie die Süßkind-Verfilmung "Das Parfum", der Hitler-Film "Der Untergang" oder "Fräulein Smillas Gespür für Schnee". Seinen Durchbruch feierte er 1981 mit dem Film "Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo".

Spätestens 1984 wurde er mit der Michael-Ende-Verfilmung "Die unendliche Geschichte" (Regie: Wolfgang Petersen) zu einer der internationalen Größen im Filmgeschäft. Der von ihm produzierte Film "Nirgendwo in Afrika" (Regie: Caroline Link) gewann 2003 den Oscar für den besten nicht-englischsprachigen Film.

"Wir alle sind geschockt von dieser unfassbaren Nachricht und fühlen mit der Familie und den Angehörigen, denen unsere tiefe Anteilnahme und herzliches Beileid gilt", teilte die Produktionsfirma Constantin Film mit. "Mit Bernd verlieren wir einen Freund und Weggefährten, unsere Trauer und den Schmerz kann man nicht in Worte fassen."

Mehr als 30 Jahre lang sei Eichinger das Herz der Constantin Film gewesen und habe die Filmindustrie international geprägt. Eichinger war zeitweise Chef der Firma Constantin, die 1999 an die Börse ging.

Er sei "filmsüchtig", sagt Eichinger einst über sich selbst. Zwei, drei Filme pro Nacht anschauen, das sei kein Problem. Seine Obsession prägte sein Leben seit den frühen 70er Jahren, als der streng katholisch erzogene Junge aus dem Bayerischen Wald zum Studium an die Münchner Hochschule für Fernsehen und Film kam. Seitdem war er Produzent, Drehbuchschreiber, Regisseur. Sogar als Schauspieler versuchte er sich einmal in einer kleinen Rolle.

Er hinterlässt seine Ehefrau Katja und eine Tochter. Die 29 Jahre alte TV-Moderatorin Nina Eichinger wurde einem breiten Publikum als Jurorin der RTL-Castingshow "Deutschland sucht den Superstar" bekannt.