Von Liane Bornholdt

Magdeburg. Das Programm, mit dem das MDR-Sinfonieorchester unter dem Chefdirigenten Jun Märkl zum 4. Konzert der Reihe "Zauber der Musik" in die Magdeburger Johanniskirche kam, hätte auch unter dem Titel "Zauber der Romantik" stehen können. Mit Brahms Ungarischen Tänzen begann das Konzert.

Jun Märkl hat die drei der original für Klavier zu vier Händen komponierten Tänze ausgewählt, für welche Brahms selbst die Orchesterfassung geschrieben hat, Nr. 1, Nr. 2 und Nr. 10. Die Musiker spielten mit hinreißender Klangschönheit, und Jun Märkl bewies viel Sinn für die Modellierung dieses Orchesterklangs, hob etwa die gegensätzlichen Triller der Holzbläser und der Streicher ganz fein hervor und fand im großen Überschwang der Tänze immer die passende Gelegenheit, zarte und heitere Episoden besonders zu beleuchten.

Ein hinreißender Beginn, der sogleich hinführte zu Brahms großartigem Doppelkonzert für Violine, Violoncello und Orchester a-Moll op. 102. Als Solisten waren hier die Lettin Baiba Skride, Violine, und Jan Vogler, Violoncello, zu erleben. Nach den ersten Orchestertakten beginnt das Konzert sogleich mit Solokadenzen, und wie beide Solisten sich hier präsentierten, ließ dem Publikum in der fast ausverkauften Johanniskirche von Beginn an fast den Atem stocken.

Besonders Jan Vogler hat einen wahrlich überwältigend schönen Klang, und er versteht es, seinem Instrument alle Ausdrucksvarianten zu entlocken. Aber auch die junge Geigerin bezauberte, vor allem durch ihre ausgezeichnete Technik, durch die z. B. auch allerhöchste Flageolette-Töne wunderbar klangvoll erblühen können. Ihr Spiel war ein wenig energischer als das der Cellisten, aber dies kam der Instrumentalbalance des Doppelkonzertes durchaus zu gute.

Nach dem ausladenden ersten Satz wurde insbesondere der zweite Satz – Andante – zur Überraschung. Hier erklingen die Solostimmen fast durchgehend wie weitere Orchesterfarben, eingebettet in das wunderbar liedartige Hauptthema. Es war ausgesprochen spannend, wie sich die Solisten mal eigenständig hervorheben konnten, um sogleich wieder eingefangen zu werden. Auch der dritte Satz erklang außerordentlich brillant und vor allem mit viel Heiterkeit. Jun Märkl gab dem Rondo-Finale auch in den etwas mürrischen Passagen wunderbare Leichtigkeit und Frische, und die Solisten ließen sich von diesem Elan mitreißen.

Nach der Pause kehrten die Musiker noch einmal nach Ungarn zurück, diesmal mit der Ungarischen Rhapsodie von Franz Liszt. Man bemerkte in der Art, wie Märkl dieses Werk spielte, noch seine pianistische Herkunft durch Phrasierung und dynamische Feinheiten. Dabei wirkten die Instrumentalfarben sehr schön plastisch und gaben dem Werk neben dem Pathos der Musik auch viel Glanz.

Anschließend erklang die Sinfonische Dichtung "Don Juan" von Richard Strauß, ein Werk, das dem Dirigenten offenbar ganz besonders am Herzen liegt. Ein spannender und mitreißend schöner Abschluss eines bemerkenswerten Konzertes.