London (dpa) l Das Hochzeitskleid von Supermodel Kate Moss mit Tausenden Perlen und Goldpailletten bleibt für die Durchschnittsbraut ein Traum. Es steht aber dennoch im Mittelpunkt einer neuen Ausstellung im Victoria Albert Museum in London, die den Wandel des Brautkleids durch die Jahrhunderte demonstrieren will. "Ein gutes Hochzeitskleid ist immer auch das Spiegelbild der Ära, in der es getragen wurde", sagt Kuratorin Edwina Ehrmann. Die Ausstellung "Wedding Dresses 1775-2014" ist von diesem Sonnabend an bis zum 15. März 2015 zu sehen.

John Gallianos Glitzergewand aus Seide und Tüll, das Moss 2011 bei ihrer Hochzeit mit dem Musiker Jamie Hince trug, ist nicht die einzige prominente Leihgabe. Das Brautkleid von Gwen Stefani kann ebenfalls bestaunt werden. Die Sängerin hatte 2002 den Musiker Gavin Rossdale geheiratet - auch sein Anzug soll ausgestellt werden. Ebenfalls zu sehen: das violettfarbene Brautkleid von Tänzerin Dita von Teese, das sie bei ihrer Hochzeit mit Schockrocker Marilyn Manson trug. Inzwischen sind beide längst getrennt.

Auch Camilla, die Herzogin von Cornwall, stellte Kleid, Mantel, Kopfschmuck und Schuhe zur Verfügung, die sie bei ihrer Hochzeit mit Prinz Charles 2005 trug. Rund 80 Stücke gehören zur Ausstellung, die überwiegend aus dem reichhaltigen Textilschatz des Museums stammen.

Die Tradition, dass für den "wichtigsten Tag des Lebens" nur das "beste Kleid" gut genug ist, zieht sich laut Ehrmann quer durch alle gesellschaftlichen Klassen und wirtschaftlichen Verhältnisse. Dabei war der "Dialog über weiß oder farbig" ein ständiger Begleiter.

Aber auch gesellschaftliche Veränderungen wie die Akzeptanz von Homo-Ehen, die zunehmende "Säkularisierung" der Gesellschaft, die wachsende Zahl von zweiten Hochzeiten und die "Mischung der Kulturen" bedingten eine Anpassung der lukrativen Hochzeitsindustrie.