Quedlinburg (es) l Erstmals seit mehr als 700 Jahren erklingen Gesänge aus dem Quedlinburger Antiphonar, einer der wertvollsten Musikhandschriften des Mittelalters, an originalem Ort. Sie sind bei einem Konzert zum Jubiläum 20 Jahre Unesco-Welterbe Quedlinburg zu hören, das die Capella Antiqua Bambergensis am 31. Mai ab 18 Uhr in der Stiftskirche St. Servatii spielt.

Als Solisten reisen Arianna Savall (Harfe und Gesang) und Petter Udland Johansen (Haringfele und Gesang) an, zwei weltbekannte Musiker aus Barcelona. Neben den Gesängen aus dem Antiphonar werden etwa auch Kompositionen aus der Feder von Hildegard von Bingen und aus Andalusien erklingen.

Einen Tag nach dem Konzert eröffnet in der Stiftskirche die Ausstellung "Der Klang der Frauen", welche die mittelalterliche Musikhandschrift zeigt. Zudem werden einige der originalen Gesänge neu eingesungen an Medienstationen zu hören sein. Die Ausstellung läuft bis zum 24. August.

Im Mittelalter prägten Gesang und Musik das geistliche Leben des hochadeligen Frauenstifts. Das Antiphonar wurde speziell für die Bedürfnisse Quedlinburgs konzipiert und spiegelt die Ordnung des Kirchenjahres im Frauenstift. Die Gesänge erklangen zu den Stundengebeten im Hohen Chor der Kirche, wo sich die Frauen täglich versammelten.