Magdeburg l Karen Stone gab sich bei der Vorstellung des neuen Spielzeitheftes betont zufrieden. Der Start ihrer zweiten Amtszeit stehe unter einem guten Stern. Mit dem Konsolidierungskurs des Hauses sei man auf dem richtigen Weg und könne sich guten Gewissens der künstlerischen Arbeit widmen. Ein Kostendeckungsgrad von 12,7 Prozent 2013 untermauert den Optimismus.

Im Musiktheater beginnt die Saison im September mit Wagners "Lohengrin". Dass ebenso wie bei Puccinis "La Bohéme" im Januar der Donnerstag für eine Premiere ausgewählt wurde, ist für Stone der Versuch, Türen für ein neues Publikum zu öffnen. Zwei deutsche Erstaufführungen, "Die Braut von Messina" von Zdenk Fibich und die Kammeroper "Der Prozess" von Philip Glass, sind vorgesehen. Erstere geht auf Schillers gleichnamiges Trauerspiel zurück. Gut 130 Jahre nach ihrer Uraufführung 1834 kommt so eine der wichtigen Opern der tschechischen Romantik auf die Bühne.

Internationales Projekt mit Music Theatre Wales


Ein internationales Projekt wird mit dem Music Theatre Wales und dem Linbury Studio Theatre des Royal Opera House Covent Garden realisiert. Das Magdeburger Theater hat Philip Glass mit der Vertonung von Franz Kafkas "Der Prozess" beauftragt. Am 10. Oktober wird die Uraufführung in London zu sehen sein, am 2. April 2015 ist Premiere an der Elbe.

Auftaktinszenierung der Ballettkompagnie widmet sich dem spanischen Dichter Garcia Lorca. Neben der Uraufführung "Lorca" von Ballettdirektor Gonzalo Galguera zeigt sie mit "Bluthochzeit" eine Choreografie des vor zehn Jahren verstorbenen Spaniers Antonio Gades. Galguera nannte den hohen Stellenwert des Balletts in der Landeshauptstadt "ermutigend". Während dem Tanztheater in Deutschland "ein rauer Wind ins Gesicht weht", gebe es dort Raum für die Kunst.

Abwechslung bringt Cornelia Crombholz als neue Schauspieldirektorin ein. Die gebürtige Hallenserin übernimmt zum Einstand die Regie für "Spur der Steine" nach Erik Neutsch. Das Stück stehe bis heute "für eine Zeit des Aufbruchs", sagte sie.

Schauspiel will eine Reihe zur Antike etablieren


Mit "Iphigenie auf Tauris" will Crombholz zudem eine Reihe zur Antike in den nächsten Jahren etablieren. Als Premieren im Schauspiel stehen unter anderem die Uraufführung "Der Nazi und der Friseur" nach Edgar Hilsenrath, Kleists "Der zerbrochene Krug" und "Gretchen 89 ff." von Lutz Hübner im Plan.

Eine Überraschung servierte Verwaltungsdirektor Marc Stefan Sickel. Richard O\'Brien`s "The Rocky Horror Show" übertreffe bereits jetzt alle Erwartungen, stellte er fest. 84 Prozent aller Karten für die 18 Vorstellungen des Domplatz-Open-Airs seien verkauft, mehr als im vergangenen Jahr zum gleichen Zeitpunkt für "Les Miserables". Das Theater habe sich deshalb entschlossen, 2015 noch einmal auf die Horror Show zu setzen. Ab sofort könnten dafür die Karten bereits gekauft werden wie auch für alle feststehenden Vorstellungen der kommenden Spielzeit.