Magdeburg l "Papa \\\'Yakari\\\'-Plakate!" als ich diesen Satz vor zwei Monaten das erste mal von meinem Kurzen gehört habe, war klar, da komme ich nicht drumherum. Gute Vorbereitung ist alles, seitdem lief "Yakari" am Vorabend in der Dauerschleife.

Ich bin also bestens vorbereitet, kenne jetzt "Kleinen Donner", "Regenbogen", "Kleiner Dachs", "Müden Krieger" und natürlich "Großer Adler". Sie sind die Helden der französischen Trickfilmserie "Yakari" von André Jobin und Claude de Ribaupierre und jetzt auch des Musicals "Yakari-Freund fürs Leben" das derzeit durch Deutschland tourt.

Ein Best-off der Trickfilmserie

Aber wie kriegt man die Magie der Trickfilme auf die Bühne? Wie machen die das mit dem Adler, der durch die Lüfte über die unendlichen Graslandschaften Nordamerikas fliegt? Wie inszeniert man gefährliche Waldbrände und reißende Flüsse, klare Mondnächte und Traumsequenzen? Darauf war nicht nur ich gespannt, sondern auch die anderen Zuschauer im Saal. Die Antwort lautet: mit jeder Menge Multimediatechnik.

Die Story des Musicals ist eine Art "Best-Off" der beliebtesten Trickfilmepisoden, die in eine Rahmenhandlung gefasst sind. Bevor das Stück losgeht, das mit 90 Minuten definitiv zu lang ist und dem dramaturgische Straffungen gutgetan hätten, durchläuft man allerdings erst mal den Parcours der Merchandisinghölle. Yakari-Figuren, T-Shirts, Trinkbecher und Poster werden zum Kauf angeboten.

Ein wenig Überlänge

Nicht unbedingt schön, aber es gehört zum Showbusiness nun mal dazu. Aber das und die sicher nur von mir gefühlte Überlänge sind eigentlich die einzigen beiden Kritikpunkte an diesem Nachmittag.

Nach einem kurzen multimedialen Feuerwerk, die Bühne wird in gleißendes Blau getaucht, Scheinwerfer und Scanner malen Muster an die Wände der Stadthalle, geht es los. Erzählt wird die Geschichte wie Yakari und "Kleiner Donner" zu besten Freunden werden. Dabei haben die beiden Abenteuer zu bestehen, an deren Ende sie was für das Leben gelernt haben. Zum Beispiel, dass es nicht immer leicht ist und Mut erfordert, etwas Gutes zu tun.

Man muss sich behaupten im Leben und für seine Überzeugungen einstehen, wie in der Szene in der "Kühner Blick" (Sönke Fahl), Yakaris Vater, den kleinen Indianer (Manuel Lopez) dafür bestraft, dass er das Pony "Kleiner Donner" wieder freigelassen hat. "Yakari-Freunde fürs Leben" ist solide produzierte Musicalkost mit sehr viel Licht und Soundzauberei.

Kinder sollen Spaß haben

Die perfekte Illusion, mit jeder Menge Tanzszenen, mitreißenden und wirklich guten (Thomas Schwab) und gut gesungenen Liedern (amüsant Sebastian Sohn als Grizzly mit seinem Song - "Bitte Honig..."), inklusive epischem Schlusssong, die das vorwiegend kleine Publikum zu Szenenapplaus und Mitklatschkaskaden animierten.

Und darum geht es ja schließlich. Die Kinder sollen Spaß haben. Und den hatten Sie. Die vielen strahlenden Kinderaugen am Ende des Stückes und der donnernde Schlussapplaus waren dafür beredter Beweis.