Magdeburg l Die Konzertreihe "Kunst Kultur Karstadt" im Magdeburger Kaufhaus hätte einen Meilenstein feiern können, das 200. Konzert an diesem Standort und in dieser Reihe überhaupt. Aber bei so vielen Jubiläen wurde professionell und mit Kontinuität einfach ein Konzert veranstaltet.

Zu Gast war die Sängerin Malene Mortensen. Sie stammt aus Kopenhagen, eine Stadt mit 70 Jahren Jazztradition. Sie begann ihre Karriere als Popsternchen, trat für Dänemark beim Eurovision Song Contest an, fiel auf den letzten Platz, aber fiel auf die Füße. Acht veröffentlichte Alben, eine solide Jazzkarriere und dieses Konzert geben ihr Recht.

Mein erster Eindruck und so das Urteil des Kritikers fielen fatal aus. Der Gesang unausgewogen, die Moderation matt und knapp und in den Songs war kaum Spannung zu spüren. Aber woran lag das? Die zurückhaltende skandinavische Art, Lampenfieber oder das jazz-elitäre Vorurteil gegenüber der Popvergangenheit Malenes?

Zauberhafte Miniaturen

Die Songs wurden besser, die Band ging in die Pause und sie waren wie ausgewechselt. Da stand eine strahlende, fröhliche Sängerin, die Soli wurden virtuos, die Spannung war allgegenwärtig und der Blick fürs Detail zeigte zauberhafte Miniaturen, dass das Schlagzeug die Bassmelodie doppelt, der Gitarrist unglaublich feingliedrige Melodien und Harmonien gleichzeitig spielte oder das Piano leise Polyrythmik traumhaft in den Bandklang einwob.

Die Stärke nordischer Jazzer liegt im Klang, im Gesamteindruck, nicht in der Klanggewalt. Zurückhaltende sanfte Klänge dominieren und das Können des Einzelnen wird gern hinter dem Ensemble versteckt.

Ich bedaure mein erstes Urteil, hat es mir mein Gehör für ein gutes Konzert versperrt.