Magdeburg l "Ich verstehe Magdeburgs Bewerbung um den Titel Kulturhauptstadt Europas 2025 nicht als \'Mission Impossible\', sondern als herausragende Aufgabe mit realer Erfolgsaussicht." Matthias Puhle blickt seiner neuen Aufgabe voller Vorfreude entgegen. Gestern bestellte der Stadtrat der Landeshauptstadt den langjährigen Chef der Magdeburger Museen zum neuen Chef des Dezernats für Kultur, Schule und Sport. Amtsvorgänger Rüdiger Koch - wie Puhle ein Sozialdemokrat - verabschiedet sich Ende Oktober in den Ruhestand. Anfang November übernimmt Puhle das Amt.

Der gebürtige Braunschweiger, von Hause aus Mittelalterhistoriker und Honorarprofessor an der Otto-von-Guericke-Universität, kennt die Magdeburger Kulturlandschaft wie die sprichwörtliche Westentasche. Von 1991 bis 2012 führte er die Magdeburger Museen als Direktor zur neuen Blüte und erarbeitete sich mit der Europaratsausstellung "Otto der Große, Magdeburg und Europa" einen ausgezeichneten Ruf in Publikums- und Fachkreisen. Seit 2012 ist Puhle als Abteilungsleiter Kultur im Kultusministerium Sachsen-Anhalt tätig. Seinen Rückweg in die Magdeburger Stadtverwaltung bezeichnet er als ein Nach-Hause-Kommen.

"Mich reizen die größeren Gestaltungsmöglichkeiten in der Position des Kulturbeigeordneten", kommentiert Puhle auf Nachfrage seine Motivation zur Bewerbung um das Amt, das er vor seinem Wechsel ins Ministerium bereits 17 Jahre lang als Stellvertreter bekleidete. Die Magdeburger Kulturlandschaft erachtet Puhle als "sehr gut entwickelt". Als neuer Kulturbeigeordneter will der die Magdeburger und die ortsansässige Künstlerszene stärker für die Kulturhauptstadt-Idee begeistern. "Die Begeisterung muss weitere Teile der Bevölkerung erreichen. Ob uns das gelingt, wird eine große Rolle spielen, wenn die Jury 2019 die europäischen Bewerberstädte bereist."

Das Dommuseum, das 2012 in der alten Staatsbank neben dem Dom eröffnen soll, nennt Puhle einen neuen "Edelstein" für die Magdeburger Museumslandschaft. Im Verbund mit dem unweiten Klosterkunstmuseum, dem Kulturhistorischen und dem Naturkundemuseum sowie natürlich dem Dom selbst könne Magdeburg zu einer echten kulturellen Mitte finden.