Halle (dpa) l Die Bühnen in Halle haben für die Zukunft drastische Einsparungen geplant. Bis 2019 sollen unter anderem mehr als 110 Stellen abgebaut werden, sagte der Geschäftsführer der Theater, Oper und Orchester GmbH, Rolf Stiska, bei der Bekanntgabe des Spielplans 2014/15 gestern in Halle. Die Gesellschaft reagiere damit auf die wegfallende Landesförderung. Die Bühnen planen für die neue Spielzeit 29 Premieren. Den Auftakt macht am 26. September "Der Besuch der alten Dame" im Puppentheater.

Im Geschäftsjahr 2014/15 fehlten rund 2,9 Millionen Euro an Landesmitteln, erklärte Stiska. Die Personalkosten stiegen jedoch. Es werde ein Loch von 6,5 Millionen Euro entstehen. Die Gesellschaft habe ein Strukturkonzept entworfen, das unter anderem einen Abbau von 60 Stellen zum Sommer 2015 vorsehe. Bis 2019 sinke die Zahl auf 419 Beschäftigte. Derzeit arbeiten 532 Menschen an den Bühnen.

"Wir werden es nicht zulassen, dass wortlos und kühl Leute erschossen werden, die an diesem Spielplan mitgearbeitet haben", sagte der Künstlerische Direktor des Neuen Theaters und des Thalia Theaters, Matthias Brenner. Die zahlreichen Proteste würden fortgesetzt. Die Spielzeit 2014/15 eröffne er am Neuen Theater 100 Jahre nach Beginn des Ersten Weltkrieges mit dem Theater-Spektakel "Stadt Land Krieg!".

Die Oper Halle werde sich dem Jubiläumsreigen anschließen, erklärte Operndirektor Axel Köhler. Anlässlich des 150. Geburtstags von Richard Strauß werde die Komödie "Arabella" auf die Bühne kommen. Aus Protest gegen die Kürzungen des Landes lasse er seinen Vertrag 2016 auslaufen, sagte Köhler. Das Ballett plant Premieren von "Schwanensee" und dem Händel-Stück "Messias", die Staatskapelle zwei große Konzertreisen nach Mexiko und Kolumbien.

Die Landesförderung für die Theater im Land wurde in diesem Jahr um 6 Millionen Euro auf rund 30 Millionen gesenkt.