Das Tanzfest:

"Tanzbegegnungen 4": 5. Juni, 6. Juni, jeweils 19.30 Uhr; Schauspielhaus/Bühne

Kurzchoreografie-Wettbewerb: 7. Juni, 15 Uhr; Schauspielhaus/Bühne

Internationale Ballettgala: 7. Juni, 19.30 Uhr; Opernhaus/Bühne

Tanzfest-Party mit DJ: 7. Juni, 22 Uhr; Opernhaus/Café

"Le Sacre du Printemps": 8. Juni, 19.30 Uhr; Opernhaus/Bühne

Das 7. Tanzfest findet vom 5. bis 8. Juni am Theater Magdeburg statt. "Wir wollen das Gefühl vermitteln, in diesen Tagen dreht sich alles um den Tanz", sagt der Ballettdirektor und künstlerische Leiter des Festes Gonzalo Galguera. Für die Volksstimme sprach Helmut Rohm mit ihm.

Volksstimme: Das Tanzfest findet zum siebten Mal statt. Das ist schon eine kleine Tradition.
Gonzalo Galguera:
Ja, und Tradition macht doch Spaß. Tradition verbinde ich auch mit Identifikation. Identifikation mit einem Anliegen, einem Produkt dieses Theaters. In dem Fall geht es um den Tanz.

Was möchte das Tanzfest erreichen?

Das Konzept ist, dass das Ballett Magdeburg einlädt: Profis und Laien aus allen Tanzrichtungen - Menschen, die mit dem Tanzen in egal welcher Form in Berührung sind. Es bietet die Möglichkeit mitzumachen, aber auch die unterschiedlichen Spielarten des Tanzes kennenzulernen. Und es zeigt den Facettenreichtum des Balletts Magdeburg. Mit dem Tanzfest möchten wir beweisen, wie faszinierend Tanz ist. Eigentlich soll die ganze Stadt tanzen, solange das Tanzfest läuft.

Dabei verzichten Sie bewusst auf einen thematischen Rahmen.
Es braucht nicht groß ein Motto. Ich denke, die verschiedenen Sachen sprechen für sich unter dem Titel "Magdeburger Tanzfest". Dennoch kristallisieren sich immer wieder Themen heraus. Im vergangenen Jahr hatten wir den Schwerpunkt Integration. Dieses Jahr richten die "Tanzbegegnungen"den Blick auf das spannende Feld von Konkurrenz innerhalb der Musik.

Die "Tanzbegegnungen 4" werden von zwei Gastchoreografen gestaltet. Was erwartet das Publikum?
Pablo Lastras Sanchez ist Tänzer am Anhaltischen Theater Dessau und hat dort erfolgreich angefangen, sich als Choreograf auszuprobieren. Fredy Franzutti ist Ballettdirektor des Balletto del sud in Lecce und hat an bedeutenden Häusern gearbeitet. Ich glaube, das wird ein spannender und unterhaltsamer Abend im Schauspielhaus, mit dem das Ballett Magdeburg modernen Tanz zeigt. Die "Tanzbegegnungen" passen genau in das Konzept des Festes und stellen verschiedene Handschriften und Auffassungen nebeneinander.

Welche "Säulen" des Tanzfestes würden Sie noch hervorheben?
Auf jeden Fall den Kurzchoreografie-Wettbewerb. Er gewinnt immer mehr an Popularität bei verschiedenen Tanzgruppen der Stadt und der Umgebung. Durch die große Nachfrage unterteilen wir den Wettbewerb inzwischen in Kategorien. Das Haus ist immer voll - und für die Mitwirkenden ist es wichtig, dass sie von einer fachkundigen Jury bewertet werden. Absoluter Höhepunkt des Tanzfestes ist aber die Internationale Ballettgala.

Bei der Ballettgala stehen in jedem Jahr große Weltstars in Magdeburg auf der Bühne. Wie gelingt Ihnen das?
Mir ist es wichtig, dass wir das Beste vom Besten in dieser Gala zeigen. Dafür ist oft eine lange, hartnäckige Vorarbeit nötig. Wir können hier nicht die Gagen zahlen, die die Künstler anderswo erhalten. Vielfach bestätigen sie mir aber, dass sie nicht wegen der Abendgage kommen, sondern weil sie das Ballett Magdeburg kennenlernen wollen. Und wir können zeigen, dass wir auf Augenhöhe mit diesen Tänzerinnen und Tänzer sind.

Machen Sie bitte neugierig auf die diesjährige Gala.
Die Gala ist sowohl etwas für Ballettliebhaber als auch für Leute, die einfach mal in Tanz hineinschnuppern wollen. Wir präsentieren zeitgenössischen und klassischen Tanz auf einem sehr hohen Niveau. Dabei haben wir etwa mit Guiseppe Picone aus Italien einen absoluten Weltstar. Er wird zwei moderne Sachen tanzen. Ein herausragender Glanzpunkt wird sicherlich auch der Auftritt von Yolanda Correa und Joel Carreño vom Norwegischen Nationalballett. Sie ist hier Primaballerina und er hat als Solotänzer auch schon alle namhaften internationalen Preise abgeräumt. Das Ballett Magdeburg ist als Gastgeber integriert. Die Gala endet mit einem gemeinsamen Finale aller Beteiligten, das ich choreografieren werde. Es macht Spaß, weil es kein Wettbewerb ist. Es wird einfach gefeiert. Und wir bekommen nicht zuletzt viel zurück.

In welcher Hinsicht?
Für mich ist das auch eine Form, mich beim Publikum zu bedanken. Es freut mich aber auch, wenn Zuschauer in der Gala sitzen, die vorher noch nie in einer Ballettvorstellung waren. Vielleicht wagen sie dann den nächsten Schritt und kommen in eine unserer Aufführungen. Ich denke, der Tanz ist inzwischen in den Herzen der Stadt angekommen.