Pretzien l Matthias Eisenberg, ein Virtuose an der Orgel, hat am Sonnabend den 40. Musiksommer in Pretzien (Salzlandkreis) eröffnet. Traditionell ist bei Eisenbergs Auftritten die St.-Thomas-Kirche in Pretzien so gut besucht, dass auf der Treppe hinter der Orgel und im Nebenraum Platz genommen wird. Doch auch die vermeintlich schlechten Plätze sind für jeden Besucher lohnenswert, wenn der Herzblutmusiker an der Pretziener Hüfken-Orgel aufwartet. Am Sonnabend sind es ausschließlich Werke von Johann Sebastian Bach - perfekt ergänzt durch den Gesang des Baritons Michael Zumpe. Das Zusammenspiel beider Profis beweist, dass Musik aus dem 18. Jahrhundert keineswegs verstaubt klingt. Vielmehr ist es eine Leichtigkeit, die Eisenbergs Orgelspiel versprüht.

Den Anfang macht Eisenberg mit Präludium und Fuge in D - ein schnelles und belebtes Bachwerk, das der Organist mit einem "Pedal-Solo" beendet. Beschwingt folgt darauf "Auf, auf mit hellem Schall". Michael Zumpe verleiht dieser Arie einen fröhlichen Ton - die Konzertbesucher lauschen gespannt jedem Ton, sowohl der Orgel als auch dem Sänger. Insgesamt drei Arien werden von Zumpe gestaltet, immer in der passenden Untermalung durch Eisenberg an der Orgel. Rückt der Organist bei den Gesangsstücken leicht in den Hintergrund, so sind alle Blicke auf ihn gerichtet, wenn er die Sonata VI in G, "Allein Gott in der Höh sei Ehr" und zum Abschluss Präludium und Fuga Es-Dur spielt. Den beiden Gastmusikern ist eine gelungene Mischung aus Gesang und Orgel sowie fröhlich-beschwingten, belebten und nachdenklich stimmenden Bach-Stücken gelungen. Ein würdiger Auftakt des nunmehr 40. Pretziener Musiksommers.