Magdeburg l 1400 Kilometer von Travemünde bis ins Vogtland zieht sich das Naturschutzgebiet Grünes Band. Entlang der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze haben sich Tiere und Pflanzen über Jahrzehnte ungestört entfalten können. Auf einer Wanderung entlang dieser einmaligen Kulturlandschaft basiert das Buch "Mitten in Deutschland. Entdeckungen an der ehemaligen Grenze" von Rüdiger Dingemann, das jetzt erschienen ist.

Doch Dingemann beschreibt keinesfalls den chronologischen Ablauf eines Spazierganges, sondern macht in seinem Buch die Geschichte und die Besonderheiten der vielen unterschiedlichen Regionen erlebbar. Einen großen Teil nimmt dabei logischerweise auch Sachsen-Anhalt ein. Von der Altmark bis zum Harz schlängelt sich das Grüne Band durch das Land.

Dingemanns Texte erzählen von der wechselvollen Geschichte der Region, wie die der Grenzorte Zicherie und Böckwitz, die noch heute von der Landesgrenze getrennt werden. Oder vom Brocken, der bis zur Wiedervereinigung Sperrgebiet war. Im Wechsel mit beeindruckenden großformatigen Fotos beweisen die Texte, dass das Grüne Band eben eine vom Menschen geprägte Kulturlandschaft ist. Entstanden durch jahrzehntelange Trennung. Als Ergänzung zu den Texten gibt es immer wieder auch Zeitzeugenberichte, wie der eines anonymen Autors, der seine Flucht aus der DDR über die Eckertalsperre im Harz beschreibt. Es sind eben solche Geschichten, die das Grüne Band über seine Bedeutung für Flora und Fauna hinaus zu einem Stück lebendiger Geschichte machen.

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