Schönebeck l Operette beherrscht die Mitteldeutsche Kammerphilharmonie. Das hat sie bei vielen Sommerkonzerten auf dem Bierer Berg bewiesen. Beim diesjährigen Festival in Schönebeck wollen die Musiker und Theaterleute noch einen draufsetzen. "Das wird eine richtige Show", sagt Regisseur Thomas Enzinger. Warum? "Einfach weil das Stück das hergibt!"

Auf dem Spielplan des 18. Schönebecker Operettensommers steht vom 28. Juni bis zum 27. Juli Fred Raymonds "Maske in Blau". Ein Spiel, in dem zwei Männer um die Liebe einer Frau kämpfen - mit ihren ganz eigenen Mitteln.

Bei einer Befragung im vergangenen Jahr entschied sich eine Mehrheit der Zuhörer für das 1937 in Berlin uraufgeführte Stück. Der Wunsch des Publikums kam den Operettenmachern gerade gelegen. In der 18. Saison wollten sie neue Akzente setzen. "Das betrifft zuerst die Besetzung", sagt Thomas Enzinger und spricht vom "Qualitätssprung" insgesamt. "Neben den Sängern agieren auch professionelle Musicaldarsteller auf der Bühne."

Die sechs Mann starke Crew übernimmt Choreinlagen und Tanzszenen, füllt Nebenrollen aus und belebt den Rahmen, den das traditionell von Künstler Toto gestaltete Bühnenbild prächtig vorgibt. Thomas Enzinger: "Es wird nicht nur viel gesungen, sondern auch viel getanzt. Das wird unheimlich fetzig."

Fred Raymonds Komponierstil macht das breite Spektrum von Bühnenaktion möglich. Die Operette lebt von großen Gesangsmomenten, genau wie auch von rhythmisch-spritzigen Musikeinlagen. "Es gibt wunderbare Belcantostellen. Aber man fühlt sich insgesamt eher an eine Revue erinnert", sagt Gerard Oskamp, Musikdirektor der Mitteldeutschen Kammerphilharmonie.

Als Chef in vielen Opernhäusern hat der neue Dirigent des Schönebecker Orchesters viel Bühnenerfahrung sammeln können. Die will er jetzt auch auf dem Bierer Berg zum Zuge kommen lassen. "Musiker und Darsteller rücken noch näher zusammen. So können alle wirklich miteinander agieren, den Moment auf der Bühne auskosten", sagt Gerard Oskamp.

Neues gibt es nicht nur auf den Bühnenbrettern, sondern auch im Orchestergraben. Zwei Saxophone ergänzen den Bläserchor der Kammerphilharmonie. Ein Klavier komplettiert das Instrumentalensemble. Gerard Oskamp: "Das Klavier können wir vielfältig einsetzen, es färbt den Orchesterklang ungemein und es bietet die Möglichkeit, Hintergrundmusik in Szenen erklingen zu lassen."

Der 18. Schönebecker Operettensommer also mit ganz neuen Bildern und Tönen. Für die Vorstellungen gibt es noch Karten. Auch für die Kinderoperette am 13. Juli ab 11 Uhr, bei der das Stück den Jüngsten altersgerecht präsentiert wird.

18. Schönebecker Operettensommer: "Maske in Blau".Spieltage sind mittwochs bis sonntags, Beginn jeweils um 16 Uhr in der Freilichtbühne des Bierer Berges. Informationen gibt es unter: (03928) 40 04 29