Aachen/Halle (dpa) l Das Motiv der Himmelsscheibe von Nebra ziert das neue Schloss des Marienschreins im Aachener Dom. Am heutigen Montag wird der Schrein für die kommenden sieben Jahre damit verschlossen. Aus christlicher Sicht gebe die Ordnung des Kosmos dem Menschen Sinn für sein Leben, hieß es zur Begründung der Motivauswahl des Stifterehepaares. Die 3600 Jahre alte Himmelsscheibe ist die weltweit älteste konkrete Abbildung des Himmels. Sachsen-Anhalts Landesarchäologe Harald Meller hält das Bildnis der Himmelsscheibe für das Schloss sehr passend. Es zeige, dass die Menschen durch die Himmelsphänomene über die Jahrtausende verbunden sind.

"Rund 217 Stunden hat die Arbeit am Schloss gedauert. Der Durchmesser beträgt 7,4 Zentimeter", sagte Goldschmied Thomas Zintzen. Während das Innenleben ein einfaches Vorhängeschloss ist, ziert das Äußere massives Gold sowie 57 Edelsteine.

Die Reliquien des Schreins - es handelt sich der Überlieferung nach um das Kleid Marias, die sogenannten Windeln Jesu, das Enthauptungstuch des heiligen Johannes des Täufers und das Lendentuch Jesu - werden nur alle sieben Jahre für die Dauer von zehn Tagen gezeigt und in zahlreichen Gottesdiensten verehrt. Wenn der Marienschrein wieder verschlossen wird, dann wird das Schlüsselloch mit Blei gefüllt und der Schlüssel zerbrochen.